„Wenn ihr den Wald zerstört, zerstört ihr auch uns“

 
Unkontaktierte Völker sind weder rückständig noch sind sie primitive Überreste aus einer entfernten Vergangenheit. Sie sind unsere Zeitgenossen und ein sehr wichtiger Teil der menschlichen Vielfalt. Helfen Sie uns, dass ihre Rechte geachtet werden, damit sie weiterhin gut und erfolgreich leben können.
Jakarewyj und Amakaria erkrankten nach dem ersten Kontakt schwer und überlebten nur knapp.

Jakarewyj und Amakaria erkrankten nach dem ersten Kontakt schwer und überlebten nur knapp.

© Survival

Unkontaktierte Völker sind die bedrohtesten Gesellschaften unseres Planeten. Obwohl wir nur sehr wenig über sie wissen, bekommen wir dennoch gelegentlich einen seltenen Einblick in ihre Welt …

Dies ist die Geschichte von Amakaria und Jakarewyj, zwei unkontaktierten Awá. Sie wurden dazu gezwungen, ihre abgeschiedene und nomadische Lebensweise aufzugeben. Jahrelang hatten sie auf der Flucht gelebt und sich vor Holzfällern versteckt, deren „schreiende“ Kettensägen sie erschreckten. Ihre gesamte Gemeinde wurde ausgelöscht.

Kurz nach dem Kontakt erkrankten die beiden Schwestern an Tuberkulose – einer Krankheit, die für kürzlich kontaktierte Völker oft tödlich verläuft. Als wir das Awá-Dorf besuchten, wo die Schwestern nach dem Kontakt lebten, erschraken wir zutiefst. Jakarewyj war schwer krank und lag regungslos in ihrer Hängematte. Sie war abgemagert und so schwach, dass sie sich weder selbst ernähren noch sprechen konnte. Damals hatten wir Sie dringend um Hilfe gebeten.

Ihre Forderung nach sofortigen Maßnahmen wurde erhört. Die brasilianische Regierung war dermaßen unter Druck gesetzt worden, dass sie ein Team von medizinischen Expert*innen zu den Schwestern schickte. Amakaria und Jakarewyj wurden in die nächste Stadt zur Notfallbehandlung geflogen und konnten zum Glück vollständig genesen.

Ohne Zweifel hat Ihr Einsatz die Schwestern gerettet.

Aber ihre Geschichte endet nicht hier.

Nach achtzehn Monaten haben sich Amakaria und Jakarewyj entschieden, aus dem Dorf ins Waldinnere zurückzukehren. Die Schwestern sagten, dass sie die vielen verschiedenen Lebensmittel und Medikamente vermissten, die sie normalerweise sammelten. Außerdem fehlten ihnen die Vertrautheit und der Komfort ihrer Heimat, dem Wald. Trotz der anhaltenden Bedrohung durch illegale Holzfäller schien ihnen dies wichtiger als alles, was die „Außenwelt“ ihnen hätte bieten können. Sie waren so entschieden, ihre einzigartige Lebensweise zu retten, dass sie bewusst ihre Spuren verwischten. Niemand konnte ihnen deshalb in den Wald folgen.

Diese unglaubliche Geschichte zeigt, wie entschlossen viele indigene Völker sind, auf ihrem Land zu bleiben – falls sie die Möglichkeit dazu haben. Sie bringt zudem zum Ausdruck, dass nicht alle Menschen wie „wir“ leben möchten. Letztendlich zeigt sie, dass unsere Arbeit erfolgreich ist: Amakaria und Jakarewyj leben heute dank Ihrer Bemühungen.

Unsere Kampagne für unkontaktierte Völker ist unerlässlich, wenn wir anderen bedrohten Völkern die Chance geben wollen, über ihre Zukunft selbst zu bestimmen.

Bitte helfen Sie uns heute mit einer Spende – kein Betrag ist zu gering.