Neue Dämme geplant
Die Enawene Nawe leben im tropischen Regenwald Brasiliens. Die lokale Regierung will ein Netz von Staudämmen im Gebiet der Enawene Nawe bauen.
Die Indigenen sind gegen die Dämme, da er ihr Wasser verschmutzen wird und den Fisch bedroht, der ein zentraler Bestandteil ihrer Ernährung ist.
Die Enawene Nawe sind Experten im Fischfang. In der Trockenzeit fangen sie Fische mit dem Speer oder betäuben sie mit einem Gift aus dem Saft einer Waldrebe.
In der Regenzeit baut das Volk an den Flüssen komplexe Dämme aus Holz, um Fischen in die Falle zu locken. Die Fischer verbringen mehrere Monate in Lagern im Wald, räuchern den Fisch in eigens dafür gebauten Hütten und bringen ihn dann mit dem Kanu zurück ins Dorf.
Enawene Nawe-Männer bereiten Fisch
in ihrem Dorf zu. © Fiona Watson/Survival
Das wichtigste Ritual der Enawene Nawe ist Yakwa. Dabei wird vier Monate lang Nahrung zwischen Menschen und Geistern ausgetauscht. Wenn die Männer und Jungen aus den Fischfanglagern ins Dorf zurückkehren, wird die Nahrung in einer feierlichen und aufwändigen Zeremonie mit der Geisterwelt getauscht.
Die Indianer tragen Kopfschmuck aus Federn und spezielle Kostüme. Männer spielen Flöte, während andere singen und auf dem zentralen Platz um das offene Feuer herumtanzen.
Das Honigsammeln wird mit einem Honigfest Keteoko gefeiert, bei dem die Männer große Mengen wilden Honigs im Wald sammeln und ihn auf ihrem Rückweg ins Dorf verstecken. Sie holen ihn erst dann hervor, wenn die Frauen anfangen zu tanzen.