Die Wanniyala-Aetto

Die Menschen des Waldes

Seit den 1950er Jahren versuchen die Wanniyala-Aetto ihre Wälder vor der Zerstörung durch Siedler zu bewahren.

Doch als 1983 das letzte Waldschutzgebiet der Wannilaya-Aettos zum Nationalpark erklärt wurde, verloren sie auch dort das Recht ihre angestammte Lebensweise fortzuführen.

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Wer sind sie?

Die Wanniyala-Aetto (‘Menschen des Waldes’) leben in einer Region im tropischen Regenwald östlich von Sri Lankas zentralem Bergmassiv. Es wird vermutet, dass sie schon seit vielen Jahrtausenden in diesem Gebiet leben, lange bevor Singalesen und Tamilen nach Sri Lanka kamen.

"Die Wanniyala-Aetto sind vielen auch als Veddah bekannt."
"Die Wanniyala-Aetto sind vielen auch als Veddah bekannt."
© Survival

Die Wanniyala-Aetto sind heute eine Minderheit in Sri Lanka und Außenstehenden üblicherweise als ‘Veddah’ bekannt.

Wie leben sie?

Bis vor kurzem lebten die Wanniyala-Aetto in ihrem Wald. Sie jagten Hirsche, Wildschweine, Vögel und andere Tiere und sammelten Honig, Früchte und Nüsse.

Sie betrieben auch eine Form von Wanderfeldbau: Kleine Stücke Land oder chenas wurden abgeholzt und Getreide, Gemüse und Knollengewächse angepflanzt. Jede Familie zog jedes Jahr auf ein neues Stück Land und kehrte erst nach sieben oder acht Jahren wieder zu einem Stück Land zurück.

Heute wohnen die Wannilaya-Aetto in Dörfern außerhalb ihres Waldes. Chena können sie dort nicht mehr praktizieren. Stattdessen bauen sie auf kleinen Flächen Reis und Gemüse an oder halten etwas Vieh und Ziegen.

Seitdem die Wanniyala-Aetto von der Regierung Sri Lankas vertrieben wurden, können sie keinen Wanderfeldbau mehr betreiben.
Seitdem die Wanniyala-Aetto von der Regierung Sri Lankas vertrieben wurden, können sie keinen Wanderfeldbau mehr betreiben.
© Survival International

Diejenigen, die weiterhin im Wald jagen und sammeln gehen, riskieren verhaftet und geschlagen zu werden, doch viele versuchen dennoch diese Lebensweise weiterzuführen.

Andere arbeiten als Tagelöhner auf dem Land von singalesischen Siedlern oder tanzen und verkaufen billige Schmuckstücke an Touristen. Manche Frauen arbeiten als Hausangestellte im Nahen Osten.

Welchen Problemen stehen sie gegenüber?

In den 1950er Jahren bot die Regierung Sri Lankas das Land der Wanniyala-Aettos den singalesischen Siedlern an. Wälder wurden planiert, Jagdgebiete geflutet und Tausende von Siedlern kamen in das Gebiet.

1983 wurde das letzte Waldschutzgebiet der Wannilaya-Aettos zum Maduru Oya-Nationalpark erklärt. Sie wurden in staatliche Siedlungen umgesiedelt und es wurde ihnen verboten, ihren Wald ohne Erlaubnisschein zu betreten. Es wurde ihnen auch das Jagen und Sammeln verboten.

Für die jungen Menschen gibt es keine Möglichkeit hier zu leben. Sie werden Räuber oder Mörder. Ich möchte das Land zurückbekommen, ehe dies geschieht.
“Kalu Appu, Wanniyala-Aetto”

Der Übergang in dieses neue Leben war schwer. Viele Familien schaffen es kaum, genügend Nahrung auf den vom Staat gestellten kleinen Grundstücken zu produzieren.

Den Kindern wird die Sprache und Religion der dominanten singalesischen Bevölkerung beigebracht und ihre eigene geraten in Vergessenheit. Alkoholismus und psychologische Probleme sind in den neuen Gemeinden weit verbreitet.

Der letzte Zufluchtsort der Wanniyala-Aetto wurde 1983 zu einem Nationalpark erklärt, die Menschen mussten diesen verlassen
Der letzte Zufluchtsort der Wanniyala-Aetto wurde 1983 zu einem Nationalpark erklärt, die Menschen mussten diesen verlassen
© Survival International

1998 wurde einigen Männern die Erlaubnis gewährt, in einem kleinen Bereich ihres Waldes zu jagen und zu sammeln, doch diejenigen, die keine Genehmigung haben, müssen mit Strafen oder Freiheitsentzug rechnen, wenn sie erwischt werden.

In den letzten Jahren wurden mehrere Wannilaya-Aetto, alle in Besitz von Erlaubnisscheinen, von Parkwächtern erschossen. Viele Wannilaya-Aetto wollen zu ihrem Land in Maduru Oya zurückkehren.

Wie hilft Survival?

Survival appelliert an die Regierung Sri Lankas die Rechte der Wannilaya-Aetto anzuerkennen: Sie sollen im Maduru Oya-Nationalpark leben und dort für ihren eigenen Lebensunterhalt jagen und sammeln dürfen.

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