Operation gegen illegale Goldschürfer im Wald der Yanomami

"Yanomami-Schamane und -Sprecher Davi Kopenawa. Illegaler Abbau bringt die Yanomami in Lebensgefahr."
"Yanomami-Schamane und -Sprecher Davi Kopenawa. Illegaler Abbau bringt die Yanomami in Lebensgefahr."

© Fiona Watson/Survival

Die brasilianischen Behörden haben eine Operation gegen illegalen Goldabbau auf dem Land der Yanomami gestartet.

Die “Operation Korekore” soll 30 Tage dauern und zur Festnahme von rund 200 illegalen Goldschürfern führen, die in einem Teil des indigenen Gebietes tätig sind.

Die Bodentruppen sollen bisher mindestens zwanzig illegale Abbau-Flöße und eine Landebahn zerstört haben.

Die Yanomami leben im Amazonas-Regenwald im Norden Brasiliens und im Süden Venezuelas. Sie sind zum Überleben auf den Wald angewiesen und haben sich empört über das Eindringen der Bergarbeiter geäußert.

Trotz der Aufrufe der Yanomami sind aber weiterhin viele Goldschürfer auf ihrem Land tätig, zerstören den Wald und verschmutzen die Flüsse mit Quecksilber. Unkontaktierte Yanomami sind durch Krankheiten, die von den Goldgräbern übertragen werden, besonders bedroht.

Vergangenen Monat protestierten die Yanomami wegen des Mangels an Medikamenten und Gesundheitsversorgung. Das Gesundheitsministerium wurde deswegen dazu gezwungen, den Beauftragten für indigene Gesundheitsfragen im Bundesstaat Roraima zu ersetzen.

"Illegaler Goldabbau zerstört den Wald der Indigenen und verschmutzt ihre Flüsse mit Quecksilber."
"Illegaler Goldabbau zerstört den Wald der Indigenen und verschmutzt ihre Flüsse mit Quecksilber."
© Survival

Seit Jahrzehnten ist das Yanomami-Volk der Gewalt der illegalen Goldgräber ausgesetzt. 2013 jährte sich ein grausames Massakers, bei dem 16 Yanomami von Goldschürfern ermordet wurden, zum 20. Mal.

Letztes Jahr wurden mehrere Gruppen Bergarbeiter aus dem Gebiet der Yanomami ausgewiesen; Hunderte sind aber noch da und bedrohen das Leben der Indianer.

Ein Gesetzesentwurf, der zur Zeit debattiert wird, könnte Bergbau auf indigenem Land in großem Maße zulassen und somit zusätzliche Schäden verursachen. Über 650 Anträge sind von Bergbaufirmen gestellt worden, um innerhalb des Yanomami-Gebietes Bergbau betreiben zu können.

Der Yanomami-Schamane Davi Kopenawa sagte: “Dies wird den Indianern nichts gutes bringen. Es wird nur eine Menge Probleme und Krankheiten bringen sowie viele schlechte Menschen, die die Indianer umbringen.”

Survival spielte eine Schlüsselrolle in der Demarkierung des Yanomami-Gebietes 1992 und appelliert nun an Brasilien, alle illegalen Goldschürfer ein für alle Mal auszuweisen und den Gesetzesentwurf einzukassieren.