Schwächung indigener Rechte in Sibirien: Rentierhirten nehmen Kampf mit russischem Ölgiganten auf 13 Mai 2014

"Ein Großteil des Landes der Chanten wurde bereits von Öl- und Gasunternehmen zerstört. Jetzt wird die Gesetzgebung geschwächt – was es für Gemeinschaften viel schwieriger macht, ihr Land vor Ausbeutung zu schützen."
"Ein Großteil des Landes der Chanten wurde bereits von Öl- und Gasunternehmen zerstört. Jetzt wird die Gesetzgebung geschwächt – was es für Gemeinschaften viel schwieriger macht, ihr Land vor Ausbeutung zu schützen."
© Survival International

Das Rentier-Hirtenvolk der Komi-Izhemtsi im Westen Sibiriens hat die Übernahme seines Landes durch den russischen Ölgiganten LUKOIL zum Zwecke der Erkundung und Erschließung von Ölvorkommen abgelehnt. Die Izhemtsi fordern, dass das Unternehmen die Erkundung, Förderung und den Transport von Erdöl in ihrem Gebiet aussetzt, bis ihre Forderungen erfüllt sind.

Die Izhemtsi sind halbnomadische Rentierhirten und leben in der russischen Teilrepublik Komi westlich des Urals. Sie waren erzürnt bei der Entdeckung von Ölbohranlagen am Rande eines ihrer Dörfer im Februar. Die Bohranlagen wurden ohne das Einverständnis und Mitwissen der lokalen Gemeinschaft gebaut.

Die Gemeinschaften kritisieren ebenfalls den aus ihrer Sicht unzureichenden „Säuberungs“-Einsatz nach einer Ölverschmutzung im März – das ausgelaufene Öl wurde angezündet. Gemeinden in 10 km Entfernung des Lecks berichteten, zwei Tage lang schwarze Rauchschwaden des Feuers gesehen zu haben.

15 Komi-Izhemtsi-Gemeinden haben folgende Erklärung herausgegeben: „Wir, die Komi-Izhemtsi, sind ein indigenes Volk, und dies ist unser Land. Wir sind nicht länger Willens die räuberische Ausbeutung unserer mineralischer Ressourcen und die ökologische Unverantwortlichkeit von LUKOIL zu tolerieren. Wir müssen gleichberechtigte Partner bei der Realisierung industrieller Vorhaben auf unserem Land werden.“

Südöstlich von Komi, in der Region von Chanty-Mansijsk in Sibirien, die das Zuhause der Chanten- und Mansen-Völker ist, versucht währenddessen das regionale Parlament die Gesetzgebung, welche die Landrechte der indigenen Bewohner schützt, zu schwächen. Das Land vieler Chanten- und Mansen-Gemeinschaften war zuvor geschützt worden, was den Zugang zum Land ohne die Zustimmung der indigenen Bewohner und ohne die Erfüllung von Umweltauflagen für Öl- und Gasunternehmen erschwerte.

Unter dem neuen System jedoch werden Umweltschutzauflagen abgebaut und so das Land der indigenen Bewohner für größere Ausbeutung zugänglich gemacht, was sie noch verletzlicher gegenüber Beeinflussung und Druck seitens der Unternehmen macht.

 

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