Philippinen: Indigene und Bauern verbünden sich gegen Ölpalmen

"Indigene Palawan sagen, dass ihre Kokosnusspalmen wegen der Pestizide auf den Ölpalmplantagen absterben."
"Indigene Palawan sagen, dass ihre Kokosnusspalmen wegen der Pestizide auf den Ölpalmplantagen absterben."

© ALDAW

Indigene und Kleinbauern in der philippinischen Provinz Palawan haben ein Ende der Verbreitung von Ölpalm-Plantagen gefordert, welche den Wald zerstören, auf den sie für ihr Überleben angewiesen sind.

Ihre neu gegründete Vereinigung gegen den Landraub (CALG) sammelte über 4.000 Unterschriften von Indigenen und Bauern, die den Plantagen ausgesetzt sind, um ein Moratorium für die Ölpalmenausbreitung einzufordern.

Palawan wird häufig als „die letzte bestehende ökologische Grenze der Philippinen“ bezeichnet und ist sowohl ein Biosphärenreservat als auch die Heimat von indigenen Völkern wie den Palawan, Batak und Tagbanua, die auf den Wald angewiesen sind, um Nahrung, Medizin und Materialien für ihren Hausbau zu beschaffen.

Jedoch gibt es gibt Pläne bis zu 20.000 Hektar – ein Gebiet in der Größe von Washington D.C. – in Ölpalm-Plantagen umzuwandeln, die den Wald, von dem die indigenen Gemeinden abhängen, dauerhaft zerstören können. Palmöl wird für die Herstellung von Biokraftstoff verwendet und findet sich in zahlreichen Nahrungsmitteln und Kosmetika wieder.

"Ölpalm-Plantagen können für indigene Gemeinden, die auf den Wald angewiesen sind, dramatische Folgen haben."
"Ölpalm-Plantagen können für indigene Gemeinden, die auf den Wald angewiesen sind, dramatische Folgen haben."

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„Um medizinische Pflanzen zu finden, müssen wir mehr als einen halben Tag laufen, damit wir die andere Seite der Bergkette erreichen”, sagte ein Palawan. „Aufgrund der weiten Distanz müssen wir unsere jungen Kinder zu Hause lassen, daher lernen sie die Namen und Nutzen dieser Pflanzen nicht. Das alte Wissen geht verloren.“

Die Plantagen haben die lokalen Gemeinden in eine starke Bedrängnis gebracht. Die Zahlen von Armut und Mangelernährung steigen in den Gebieten am schnellsten, in denen die größten Landmengen in Ölpalm-Plantagen umgewandelt werden. John Mart Salunday, indigener Gemeinden-Betreuer, bezeichnete das Ölpalmenprojekt in Anbetracht von Armutsbekämpfung als ein komplettes „Fiasko”.

Survival International, die globale Bewegung für die Rechte indigener Völker, unterstützt die Forderung für ein Moratorium der Ölpalm-Plantagen in Palawan und ruft die philippinische Regierung dazu auf sicherzustellen, dass vor Beginn jeglicher Aktivitäten, welche auf dem Land von Palawans Indigenen stattfinden, die freie, vorherige und informierte Zustimmung (FPIC) eingeholt wird, wie es in internationalen Abkommen vorgesehen ist.