Fischer dringen illegal in Gebiet des isoliertesten Volkes der Welt ein 20 November 2014

"Weil sie isoliert leben, sind die Sentinelesen auf Indiens Andamanen-Inseln die verletzlichste Gesellschaft der Welt. Sie sind zunehmend durch illegale Fischer, die in ihren Gewässern fischen, bedroht."
"Weil sie isoliert leben, sind die Sentinelesen auf Indiens Andamanen-Inseln die verletzlichste Gesellschaft der Welt. Sie sind zunehmend durch illegale Fischer, die in ihren Gewässern fischen, bedroht."
© Indian Coastguard/Survival

Survival International, der globalen Bewegung für die Rechte indigener Völker, liegen beunruhigende Berichte vor, dass Fischer illegal in den Gewässern rund um die Insel unkontaktierter Sentinelesen in Indiens Andamanen-Archipel fischen.

Sieben Männer, als Fischer aus Burma identifiziert, wurden Anfang des Monats von der indischen Küstenwache in der Nähe der Insel North Sentinel festgenommen. Ein Mann soll sogar auf der Insel selbst aufgegriffen worden sein, in unmittelbarer Nähe von Angehörigen des unkontaktierten Volkes.

Die Sentinelesen sind die verletzlichste Gesellschaft der Welt und lehnen jeglichen Kontakt zu Außenstehenden ab. Weil sie vollständig isoliert von der Außenwelt leben, besitzen sie vermutlich keine Abwehrkräfte gegen herkömmliche Krankheiten wie Grippe oder Masern. Dadurch besteht für sie ein hohes Risiko, durch eine Epidemie ausgerottet zu werden.

Survival International begrüßt das schnelle Handeln der Behörden, die die illegalen Fischer festgenommen haben, und fordert dazu auf, wachsam zu bleiben. Die Menschenrechtsorganisation fordert zudem Schutzmaßnahmen für das benachbarte Jarawa-Volk, in dessen Wald Wilderer und Touristen eindringen.

"Die Jarawa, die auf benachbarten Inseln leben, sind durch das Eindringen von Touristen und Wilderer bedroht."
"Die Jarawa, die auf benachbarten Inseln leben, sind durch das Eindringen von Touristen und Wilderer bedroht."
© Survival

Die Jarawa sind „Menschensafaris” ausgesetzt, bei denen täglich Hunderte Touristen durch ihren Wald fahren, um Angehörige des indigenen Volkes zu sichten. Zudem jagen Wilderer die Tiere im Wald, von denen die Jarawa leben. Anfang des Jahres wurde enthüllt, dass Wilderer Jarawa-Frauen mit Alkohol und Marihuana „ködern”, um sie sexuell auszubeuten.

Survivals Direktor Stephen Corry sagte heute: „Das Volk der Großen Andamanesen auf Indiens Andamanen-Inseln wurde nach der Kolonisierung durch die Briten Anfang des 19. Jahrhunderts durch Krankheiten ausgerottet. Erst vor vier Jahren starb mit Boa Senior auf den Inseln auch das Volk der Bo für immer aus. Die Behörden der Andamanen können die Ausrottung eines weiteren indigenen Volkes nur verhindern, indem sie die Insel North Sentinel vor Außenstehenden schützen.”

 

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