Venezuela: Indigene protestieren gegen gewalttätige Bergbau-Banden 18 Juni 2015

"Die Hoti in Venezuela und weitere Indigene aus dem Amazonasgebiet sind zum Überleben auf den Wald angewiesen. Ihre Wälder werden aber durch illegalen Bergbau zerstört. (Das Bild wurde 2014 aufgenommen.)"
"Die Hoti in Venezuela und weitere Indigene aus dem Amazonasgebiet sind zum Überleben auf den Wald angewiesen. Ihre Wälder werden aber durch illegalen Bergbau zerstört. (Das Bild wurde 2014 aufgenommen.)"

© Eglée Zent/Survival

Venezolanische Angehörige indigener Völker blockierten aus Protest gegen illegale Bergarbeiter, die ihre Leben und Land zerstören, die Landebahn des Canaima-Nationalparks, einem UNESCO-Weltkulturerbe.

Während des letzten Jahrzehntes hat sich der illegale Abbau von Gold, Diamanten und anderen Mineralien wie ein Lauffeuer durch das venezolanische Amazonasgebiet ausgebreitet. Er wird teilweise von bewaffneten Banden betrieben, die angeben, Mitglieder der kolumbianischen Guerilla-Armee FARC zu sein und beeinträchtigt indigene Völker wie die Yanomami, Hoti, Eñepa, Yekuana und Arekuna.

Ein Sprecher der Arekuna sagte gegenüber Survival International, der globalen Bewegung für die Rechte indigener Völker: „Bergbau ist ein großes Problem in unseren indigenen Gebieten. Die Bergarbeiter rauben die Reichtümer unseres Landes und die Erde schreit um Hilfe. Unsere Flüsse trocknen durch den Bergbau aus. Wir müssen auf die Natur Acht geben, andernfalls wird der gesamte Planet darunter leiden.“

Flüsse werden mit giftigem Quecksilber, das für den Abbau von Gold verwendet wird, verunreinigt. Das Quecksilber dringt zudem in die Nahrungs- und Wasserversorgung der Indigenen ein und gefährdet so ihre Gesundheit. In einigen indigenen Gemeinden hat der Einfall der Banden zu Prostitution und Alkoholismus geführt.

"Illegaler Bergbau hat das Land der Amazonas-Völker in Venezuela verwüstet."
"Illegaler Bergbau hat das Land der Amazonas-Völker in Venezuela verwüstet."

© Valentina Quintero

Eine Studie fand bei der Mehrheit der indigenen Frauen, die entlang des Caura-Flusses im Amazonasgebiet leben, Konzentrationen an Quecksilber, die über international festgelegten Standards lag. Bei jeder dritten Frau wurde zudem ein hohes Risiko neurologischer Erkrankungen bei ihren Neugeborenen festgestellt.

Indigene werfen dem venezolanischen Militär vor, den illegalen Bergbau nicht zu bekämpfen und „ein Klima des Terrors und der Angst zu schaffen“. Einige Polizisten sind dafür bekannt, am illegalen Goldhandel beteiligt zu sein.

Während Venezuelas Verfassung die Rechte indigener Völker auf ihr angestammtes Land anerkennt, haben nur wenige offizielle Landtitel erhalten. Die Regierung hat außerdem bereits angekündigt, große Teile des Amazonas-Regenwaldes – einschließlich dem Lebensraum der Indigenen – für den legalen Bergbau freizugeben.

Indigene Völker sind die besten Naturschützer und Hüter ihrer Umwelt. Dennoch werden ihr Land, ihre Ressourcen und ihre Arbeitskraft von industrialisierten Gesellschaften im Namen von „Fortschritt“ und „Zivilisation“ geraubt.

 

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