Papst fordert Schutz indigener Völker und ihrer Gebiete

"Papst Franziskus würdigt die wichtige Rolle, die indigene Völker beim Erhalt des Landes, auf dem sie leben, spielen."
"Papst Franziskus würdigt die wichtige Rolle, die indigene Völker beim Erhalt des Landes, auf dem sie leben, spielen."

© Fiona Watson/Survival 2010

In einer Enzyklika zum Klimawandel, die in den Medien breite Aufmerksamkeit erhalten hat, würdigt Papst Franziskus die starke Verbindung indigener Völker zu ihrem Land und ihre Rolle im Naturschutz.

In der Enzyklika „Über die Sorge für das gemeinsame Haus“ schreibt Papst Franziskus: „In diesem Sinne ist es unumgänglich, den Gemeinschaften der Ureinwohner mit ihren kulturellen Traditionen besondere Aufmerksamkeit zu widmen. Sie sind nicht eine einfache Minderheit unter anderen, sie müssen vielmehr die wesentlichen Ansprechpartner werden, vor allem wenn man mit großen Projekten vordringt, die ihre Gebiete einbeziehen.“

„Denn für sie ist das Land nicht ein Wirtschaftsgut, sondern eine Gabe Gottes und der Vorfahren, die in ihm ruhen; ein heiliger Raum, mit dem sie in Wechselbeziehung stehen müssen, um ihre Identität und ihre Werte zu erhalten.“

„Wenn sie in ihren Territorien bleiben, sind es gerade sie, die am besten für sie sorgen. In verschiedenen Teilen der Erde stehen sie jedoch unter Druck, ihr Land aufzugeben, um es für Bergbauprojekte bzw. land- und viehwirtschaftliche Pläne frei zu lassen, die nicht auf die Schädigung der Natur und der Kultur achten.“

Des Weiteren betont der Papst, dass indigene Völker angehört werden sollten, wenn es um die Bewältigung von Umweltproblemen gehe: „Deshalb setzt die Ökologie auch die Pflege der kulturellen Reichtümer der Menschheit im weitesten Sinn voraus. In direkterer Hinsicht ist gefordert, dass bei der Analyse von Fragen, die mit der Ökologie verbunden sind, den örtlichen Kulturen Aufmerksamkeit geschenkt wird, indem man die wissenschaftlich-technische Sprache in einen Dialog mit der Sprache des Volkes bringt.“

In seinem Brief kritisiert Papst Franziskus das Versagen der Regierungen, das angestammte Land der indigenen Völker zu schützen oder sie bei Projekten, die sie betreffen, zu konsultieren. Die „örtliche Instanz“ müsste handeln, um von Regierungen Rechenschaft zu fordern.