Paraguay: Indigene Völker sind Zeugen rasanter Waldabholzung 4 Februar 2016

Eroi wurde 1986 aus seinem Wald vertrieben. Er gab seine Tätigkeit als Schamane auf, nachdem Missionare den Schamanismus als Teufelswerk bezeichneten.
Eroi wurde 1986 aus seinem Wald vertrieben. Er gab seine Tätigkeit als Schamane auf, nachdem Missionare den Schamanismus als Teufelswerk bezeichneten.

© Gerald Henzinger/Survival

Ein neuer Bericht hat aufgedeckt, dass in nur einem Monat 14 Millionen Bäume in Paraguays Region Chaco abgeholzt wurden.

Der Chaco bildet die Heimat für die Ayoreo, das bedrohteste indigene Volk Paraguays, und ist zugleich der größte südamerikanische Wald außerhalb des Amazonas. Naturwissenschaftler*innen zählen ihn zu den Wäldern mit der größten Artenvielfalt auf Erden.

Der Bericht von Guyra, einer paraguayischen Umweltorganisation, zeigt auf, dass im Oktober 28.000 Hektar abgeholzt wurden. Das Chaco-Gebiet sieht sich derzeit mit der höchsten Abholzungsrate der Welt konfrontiert.

Teile der Region gehören den Ayoreo, die von Viehzüchtern aus ihrer Heimat, dem Wald, vertrieben wurden. Das brasilianische Unternehmen Yaguareté Porã SA und das spanische Unternehmen Carlos Casado SA haben bereits riesige Landstriche des angestammten Landes der Indigenen zerstört.

Einige Angehörige des indigenen Volkes leben nach wie vor unkontaktiert. Sie führen ihr Leben auf der ständigen Flucht vor den Bulldozern, welche weiter in ihr schrumpfendes Waldgebiet eindringen.

Nach dem ersten Kontakt sind viele Ayoreo aufgrund von Krankheiten wie Erkältungen und Grippe gestorben, da sie keine Abwehkräfte dagegen besaßen. Die Gesundheitsvorsorge bleibt unzureichend. Viele sterben nun an einer Tuberkulose-ähnlichen Krankheit und bekommen nicht die nötige Hilfe.

Survival ruft Paraguay dazu auf, der “Zerstörung des Ayoreo-Landes ein Ende zu setzen und es an seine rechtmäßigen Besitzer*innen zurückzugeben.”:Ayoreo-Landrückgabe, Paraguay

 

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