Fortschritt kann töten: Schockierende Fotografien zeigen Gesundheitskrise bei Indigenen 8 Februar 2016

Warwick Thornton fotografierte seine Verwandten, um Aufmerksamkeit auf die Gesundheitsprobleme australischer Aborigine-Gemeinden zu lenken
Warwick Thornton fotografierte seine Verwandten, um Aufmerksamkeit auf die Gesundheitsprobleme australischer Aborigine-Gemeinden zu lenken

© Warwick Thornton/ Anna Schwartz Gallery (Shanika, 2015 Pigment print on cotton rag art paper 153 × 152cm)

Außergewöhnliche Fotografien des australischen Aboriginal-Filmemachers Warwick Thornton stellen die verheerenden Auswirkungen dar, die „Fortschritt“ und „Entwicklung“ auf die Gesundheit indigener Völker haben. Die Bilder untermauern die Erkenntnisse aus Survivals kürzlich veröffentlichtem Bericht „Fortschritt kann töten“, welcher schockierende Statistiken zur Gesundheit der Indigenen enthält.

Thornton verwendete Aufnahmen seiner Verwandten, die sich Cola- und Bierdosen sowie Fast-Food-Verpackungen umgebunden hatten, als handele es sich um Bomben. Der Künstler will damit auf die schreckliche Ernährung aufmerksam machen, die indigenen Völkern in Australien und in anderen Ländern aufgezwungen wird. Armut und soziale Ausgrenzung haben dafür gesorgt, dass viele Indigene sich lediglich nährstoffarmes „Junk Food“ leisten können oder Alkohol und Drogen verfallen, um ihren Problemen zu entfliehen.

Warwick Thornton erklärt: „Wir sterben alle am minderwertigen Essen. Schlechte Ernährung ist eine tickende Zeitbombe. Es ist am gesündesten, auf dem Land, in der Gemeinde zu leben und sich von dem zu ernähren, was die Büsche hergeben – nicht von dem Mist aus der Stadt.“

Für Aborigines ist die Wahrscheinlichkeit, an Diabetes zu sterben, siebenmal so hoch wie für andere Australier; die Säuglingssterblichkeit ist doppelt so hoch wie im nationalen Durchschnitt. Ähnlich sieht es in Kanada und in Teilen der USA aus.

In Teilen des ländlichen Australien sind Obst und Gemüse unerschwinglich teuer. Minderwertiges Essen ist hier die einzige Option.
In Teilen des ländlichen Australien sind Obst und Gemüse unerschwinglich teuer. Minderwertiges Essen ist hier die einzige Option.

© Warwick Thornton/ Anna Schwartz Gallery (Sterling, 2015 Pigment print on cotton rag art paper 153 × 152cm)

Die International Diabetes Institution warnt, dass „dringend gehandelt werden müsse“. Andernfalls bestehe „ein reelles Risiko, dass indigene Gemeinschaften in großem Maßstab ausgelöscht“ werden könnten.

Die fürchterlichen Lebensbedingungen indigener Völker sind keinesfalls unabdingbar. Sie sind vielmehr die Folge einer nationalen Politik, die indigenen Völkern fremde Lebensweisen aufzwingt und sie im Namen des „Fortschritts“ von ihrem angestammten Land vertreibt. Dort, wo indigene Landrechte anerkannt und geschützt werden, können indigene Völker als aufstrebende Gesellschaften leben und überleben.

Indigene Völker haben Lebensweisen entwickelt, die überwiegend selbstversorgend und außerordentlich vielfältig sind. Dennoch werden sie als rückständig und primitiv dargestellt, nur weil sich ihre Lebensweisen von denen der Mehrheitsgesellschaft unterscheiden.

Survival International, die globale Bewegung für die Rechte indigener Völker, fordert die Vereinten Nationen auf, die katastrophalen Auswirkungen einiger Entwicklungsprojekte auf indigene Völker anzuerkennen und sich klar gegen diese auszusprechen. Wahrer „Fortschritt“ für indigene Völker beginnt mit der Zusicherung ihrer Landrechte und beinhaltet insbesondere die Anerkennung ihres Rechts auf Selbstbestimmung.

Stephen Corry, Direktor von Survival International, macht klar: „Diese Fotos lenken die Aufmerksamkeit auf die schrecklichen Lebensbedingungen, die indigenen Völkern auf der ganzen Welt aufgezwungen werden. Das Versagen einer Politik, die vermeintlich vom „Fortschritt” getrieben wird, macht indigenen Völkern ein gesundes, erfülltes Leben fast unmöglich. Indigenen, die selbst über ihre Zukunft entscheiden können, ergeht es deutlich besser als jenen, die der Ignoranz und der Gewalt Außenstehender ausgesetzt sind.“

 

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