Indien: Indigener Kampf gegen Bergbauunternehmen geht weiter

"Die Dongria haben das Bergbauprojekt einstimmig abgelehnt und geschworen, die Niyamgiri-Hügel zu schützen"
"Die Dongria haben das Bergbauprojekt einstimmig abgelehnt und geschworen, die Niyamgiri-Hügel zu schützen"
© Bikash Khemka/Survival

Ein indigenes Volk im Osten Indiens sieht sich erneut durch ein Bergbauprojekt gefährdet. Dieses soll auf seinem angestammten Land durchgeführt werden, obwohl das Volk 2014 einen ‚David gegen Goliath‘ gleichen Rechtsstreit gewonnen hatte.

Die Dongria Kondh wurden ursprünglich durch das internationale Bergbauunternehmen Vedanta Resources bedroht, das versucht hatte eine Bauxit-Mine in ihren heiligen Bergen Niyamgiri zu eröffnen. Das Oberste Gericht Indiens verhinderte dies schließlich und entschied, dass die Dongria über das Bergbauprojekt abstimmen sollten.

Die Indigenen lehnten Vedantas Pläne, in ihren heiligen Hügeln Bergbau zu betreiben, einstimmig in einem historischen Referendum ab. In diesem wurden zwölf Dörfer befragt, die sich alle gegen die Mine aussprachen.

Jetzt versucht der Bundesstaat Odisha den Fall erneut aufzurollen, indem er für das Recht auf ein weiteres Referendum für die Dongria wirbt. So soll der Weg für einen großflächigen Bergbaubetrieb – dieses Mal für die Odisha-Bergbaugesellschaft – geebnet werden.

Der britische Konzern Vedanta eröffnete eine Bauxit-Raffinerie in der Nähe der Berge der Dongria, jedoch ohne die Erlaubnis eingeholt zu haben, in dem Gebiet Bergbau zu betreiben. Obwohl die Mine verworfen wurde, läuft die Raffinerie noch – wenn auch mit Verlusten.

"Survival führte eine Kampagne gegen Vedantas Pläne und wird sich weiterhin für das Recht der Dongria einsetzen, ihre heiligen Hügel zu schützen"
"Survival führte eine Kampagne gegen Vedantas Pläne und wird sich weiterhin für das Recht der Dongria einsetzen, ihre heiligen Hügel zu schützen"

© M. Cowan/Survival

Trotz des starken Widerstandes der Dongria, die seit Generationen in den Niyamgiri-Hügeln leben, wollen die staatlichen Behörden die Raffinerie geöffnet lassen und die Bergbauaktivitäten in der Region ausdehnen.

Letztes Jahr sagte Mukuna Sikaka, ein Angehöriger der Dongria: „Wir werden um keinen Preis Bergbau in Niyamgiri zulassen – nicht einmal um alle Entwicklungsbemühungen der Regierung.“

Survival International hatte eine erfolgreiche globale Kampagne gegen Vedantas Pläne geführt und ruft nun die Behörden des Bundesstaates Odisha auf, die Entscheidung der Dongria gegen das Bergwerk zu respektieren.

Stephen Corry, Direktor von Survival International, sagte: „Es ist sehr enttäuschend zu sehen, dass die Behörden des Bundesstaats Odisha noch immer nicht gelernt haben, die Wünsche der Dongria Kondh zu respektieren. Indigene haben laut indischen und internationalen Gesetzen ein Recht darauf zu bestimmen, was auf ihrem Land geschieht. Dennoch beharren Regierungen und Unternehmen darauf Profite vor die Wünsche der Menschen zu stellen. Versuche, diese Projekte nach internationalen Protesten und erbittertem Widerstand der Dongria fortzusetzen, sind nicht nur undemokratisch und illegal, sondern auch zutiefst unmoralisch.“