Polizei schießt auf Buschmann-Kind und zwei Erwachsene 6 Oktober 2005

Schüsse gegen die Demokratie

• Polizei in Botswana schießt auf ein Buschmann-Kind und zwei Erwachsene.
• Familie wandert mehrere Tage durch die Wüste, um die Nachrichten an die Außenwelt zu übermitteln.
• Buschmännern wurde gesagt, dass es die Regierung nicht kümmert, wenn sie verhungern.

Drei 'Buschmänner', einschließlich einem Kind, wurden in den letzten Tagen von der Polizei in Botswana durch Schüsse bei Vorfällen verletzt, die darauf ausgelegt waren, die noch in dem Zentral Kalahari Wildreservat lebenden Buschmänner einzuschüchtern und sie endgültig zu vertreiben.

Kekailwe (7 Jahre) erhielt einen Schuss in den Bauch bei der Verhaftung seines Vaters, als dieser der Polizei die Durchsuchung seiner Hütte ohne einen Durchsuchungsbefehl verweigerte. In einem anderen Vorfall schoss die Polizei Kesodilo Ntwayamoga von hinten in beide Beine, als dieser mit erhobenen Händen stand. Zeugen bestätigten, dass die Polizei von ihm ein Geständnis, dass er gejagt habe, zu erzwingen versuchte.

In einem dritten Vorfall am 24. September erhielt Mokgakalaga Gaoberekwe einen Schuss in den Kiefer, als er und weitere Buschmänner das Wildreservat zu betreten versuchten, um Wasser und Nahrung zu ihren Familien zu bringen. Er wurde schwer verwundet und befindet sich noch im Krankenhaus.

Die Buschmann-Gruppe, einschließlich mehrerer Säuglinge und Kinder, wurde von schwer bewaffneter Polizei und Soldaten unter dem persönlichen Befehl von Sydney Pilane angegriffen, dem Anwalt der Regierung in dem Fall vor dem obersten Gericht, in dem Buschmänner ihre Rechte auf das Land ihrer Vorfahren einfordern. Die Polizei feuerte Tränengas und Kugeln auf die unbewaffneten Buschmänner. Viele wurden geprügelt und für mehrere Tage inhaftiert. Zu der Gruppe gehörte der alternative Nobelpreisträger von 2005, Roy Sesana, dem es nicht bekannt war, dass er und seine Buschmann-Organisation diese Auszeichnung gewonnen hatten. Die Buschmänner werden jetzt der "rechtswidrigen Versammlung" beschuldigt.

Die Polizei hat versucht, Buschmänner an der Rückkehr in ihr Reservat zu hindern. Den Buschmännern, die sich bereits im Reservat befinden, ist das Jagen und das Sammeln von Nahrung verboten, ihre Wasserversorgung wurde abgedreht und sie sehen sich jetzt dem Verhungern gegenüber, nachdem die Regierung behauptete, dass die Ziegen der Buschmänner von Krankheit befallen seien (eine Behauptung, die von einer Gruppe angesehener internationaler Tierärzte als fadenscheinig bezeichnet wurde). Regierungsvertreter haben diese Woche alle Ziegen gewaltsam aus dem Reservat entfernt.

Heute kam eine kleine Gruppe von Buschmännern aus dem Reservat, nachdem sie der Polizei ausgewichen waren, die ihre Hütten umzingelt hatten, und drei Tage lang durch die dürre Wüste gewandert waren. Kangotla Kanyo sagte heute: "Die anderen und ich kamen heute aus dem Reservat, um der Außenwelt zu sagen, dass wir wirklich Durst und Hunger leiden. Die Polizei hat sich bei unserer Siedlung stationiert und es wird uns nicht erlaubt, Essbares zu sammeln oder auszugraben. Der Polizist namens Dibuile sagte uns: 'Wenn ihr sterbt, kümmert das die Regierung nicht. Dies ist die Zeit, um euch zu zeigen, dass ihr unbedeutend seid.' Die Polizei sagte, dass wir Durst und Hunger erleiden müssen, damit wir das Reservat verlassen."

Regierungsvertreter sagten den Buschmännern 2002, dass sie ihr Land verlassen müssten, da dort Diamanten gefunden worden seien. Alle Diamantenbergwerke in Botswana werden von dem Unternehmen De Beers betrieben, das die Rechte für ein großes Vorkommen im Reservat besitzt.

Stephen Corry, der Direktor von Survival, sagte heute: "Botswanas Präsident Mogae hat einen Schleier über die große Sandfläche der Kalahari gezogen, so dass seine Handlanger die Buschmänner unbeobachtet tyrannisieren können. Aber der Schleier hat die Schüsse nicht dämpfen können, die das Blut eines Kindes und zweier unbewaffneter Männer verschütteten, die sich des Wunsches schuldig gemacht haben, in Frieden auf dem Land ihrer Vorfahren leben zu wollen. Diese Schüsse – angeordnet von einem Anwalt – haben jegliche Vorspiegelung eines demokratischen Botswanas beseitigt. Menschen, denen die Buschmänner am Herzen liegen, sollten dieses Regime nicht durch den Kauf von De Beers Diamanten oder durch Urlaub in dem Land unterstützen. Diese Diamanten werden mit dem Blut der Buschmänner gekauft."


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