Indianer von Land vertrieben - Rancher brennen Häuser nieder

Mehr als 100 Bundespolizeibemate haben gestern früh die Guarani-Kaiowa Indianer von Ñanderú Marangatú, Mato Grosso do Sul, von ihrem Land vertrieben. Ñanderú Marangatú ist erst im März dieses Jahres offiziell als Land der Guarani-Kaiowa anerkannt worden, doch Farmer fechten die Anerkennung in Brasiliens Obersten Landesgerichtshof an.

Polizeihubschrauber kreisten tief über den Köpfen, als die 400 Indianer gezwungen wurden ihr Land zu verlassen. Brasiliens Präsident Lula hatte die Demarkation von Ñanderú Marangatú im März signiert, nachdem die Guarani mehrere Jahre auf einem winzigen, neun Hektar großen Landstück gelebt und für die Rückerstattung ihres Landes gekämpft hatten. Normalerweise ist die Unterschrift der letzte Rechtsschritt im Demarkationsprozess.

Die Vertreibung führt erneut zu Hungersnöten unter den Guarani. Der Stamm hatte erst zu Beginn dieses Jahres für Schlagzeilen gesorgt, als Dutzende Kinder tot aufgefunden wurden; verhungert wegen Mangels an Land.

Die Indianer werden in ein 30 Hektar großes Gebiet am Rand von Ñanderú Marangatú gedrängt. Viele bauen sich Notunterkünfte am Straßenrand, da es nicht genug Platz gibt. Die Indianer haben im vergangenen Jahr auf einem Teil des rechtlich anerkannten Landes von 9.300 Hektar hauptsächlich Getreide angebaut.

Einer der vertriebenen Guarani erzählte Survival, "Hubschrauber flogen sehr flach über dem Gebiet. Kinder schrien und weinten. Drei Menschen fielen in Ohnmacht und wurden ins Krankenhaus gebracht. Alle weinten und standen am Straßenrand, ohne Schutz vor der gleißenden Sonne. Wir haben nichts zu essen. Die Rancher haben unsere ganzen Vorräte, unsere Kleider und Unterlagen verbrannt als die Polizei nicht da war. Sie verbrannten fünfzehn Häuser. Das einzige, was wir noch haben sind die Kleider, die wir tragen.

Es war schrecklich. Es war keineswegs friedlich, wie die brasilianische Presse behauptet. Das war das Schlimmste. Alle sind traumatisiert. Ich war da, ich habe es mit eigenen Augen gesehen. Manche sagten sie würden Selbstmord begehen."

Zwei Journalisten vom Niederländischen Staatsfernsehen sind während der Vertreibung verhaftet worden.


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