Der isolierteste Stamm der Welt tötet Eindringlinge 6 Februar 2006

Mitglieder des isoliertesten Stammes der Welt, die Sentinelesen der Andamanen Inseln, töteten am 26. Januar zwei Fischer, die sich illegalerweise ihrer Insel näherten. Die Sentinelesen, die nach dem Tsunami im Dezember 2004 dabei fotografiert wurden, wie sie einen Pfeil auf einen Hubschrauber schossen, weigern  sich seit nunmehr etwa 60.000 Jahren, mit der Außenwelt in Kontakt zu treten. Heute sind sie von Wilderern bedroht, die um ihre Insel herum illegal fischen und Hummer fangen.

Stephen Corry, Generaldirektor von Survival, sagte heute: „Der Kontakt mit der Außenwelt könnte diesen einzigartigen und gefährdeten Stamm sehr schnell auslöschen. Die lokalen Behörden müssen versichern, dass die Sentinelesen solange in Ruhe gelassen werden, wie sie es wollen. Und das was letzten Monat passiert ist, hat es sehr deutlich gemacht, dass dies nicht der Fall ist. Diese tragischen Tode hätten vermieden werden können, wenn die Behörden bestehende Gesetze forcieren würden."

Der Stamm tötete die beiden Männer Sunder Raj (48) und Pandit Tiwari (52), nachdem diese in ihrem Boot in der Nähe der Nord-Sentinel Insel übernachtet hatten. Um die Sentinelesen vor Ausbeutung, Gewalt und Krankheiten, gegen die sie keine Abwehrkräfte haben, zu schützen, ist es verboten, sich der Insel auf mehr als fünf Kilometer zu nähern. Aber immer mehr Menschen der Nachbarinseln ignorieren das Verbot, um in der Nähe der Küste nach Hummern zu tauchen oder um auf der Insel Wildschweine zu jagen, was dem Stamm seine notwendigen Ressourcen raubt.

Der Stamm der Sentinelesen wird auf eine Größe zwischen 50 und 200 Angehörigen geschätzt. In den späten 1980ern und 1990ern töteten Schatztaucher viele von ihnen, als sie mit Schusswaffen bewaffnet die Insel besuchten, um Eisen und andere Güter aus einem Schiffswrack zu bergen.

Der verwandte Stamm der Jarawa beendete seinen Widerstand 1998 und nahm Kontakt mit der Außenwelt auf. Jetzt werden sie auf ihrem Land von Eindringlingen geplagt, die ihre Tiere wildern, Alkohol einführen und die Jarawa-Frauen sexuell missbrauchen.

Samit Acharya von der dortigen Umweltorganisation SANE sagte heute: „Die indische Küstenwache und die Polizei muss in diesen Fall eingeschaltet werden, um den örtlichen Druck abzuwehren, die Leichen der Männer zu bergen, damit weiterer Kontakt mit den Sentinelesen vermieden wird."


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