Britische Star-Journalisten gegen Begriffe wie “Steinzeit” und “primitiv” 16 Februar 2006

In einem Brief, der in der Financial Times veröffentlicht wurde haben John Pilger und der BBC Redakteur John Simpson Journalisten eindringlich aufgefordert, Begriffe wie "Steinzeit" und "primitiv" zur Beschreibung zeitgenössischer Stammesvölker nicht zu
verwenden.

"Diese Begriffe sind gefährlich, da sie nicht nur herabsetzend wirken, sondern auch benutzt werden, um die Verfolgung von Stammesvölkern zu rechtfertigen. Regierungen, wie die von Indonesien und Botswana, behapten, dass die erzwungene "Entwicklung" der Stämme zu ihrem eigenen Besten sei und ihnen helfe, "auf den Stand der zivilisierten Welt zu kommen". Die Ergebnisse sind fast immer katastrophal für die Betroffenen."

Der Brief kommt als Antwort auf zahlreiche Berichte in britischen Zeitungen, in denen Begriffe wie "Wilde", "Steinzeit" und "einer der primitivsten Stämme der Welt" auf die Sentenilesen bezug nahmen, die in beinahe kompletter Abgeschiedenheit auf der nördlichen Sentinel Insel im Indischen Ozean leben.

Die Sentinelesen gingen kürzlich durch die Schlagzeilen, nachdem sie zwei Männer getötet hatten, die illegalerweise ihre Gewässer befahren hatten. Die indischen Gesetze verbieten nicht-Sentinelesen sich bis auf weniger als 5 Kilometer der Nord Sentinel Insel zu nähern. Dadurch sollen die überlebenswichtigen Nahrungsquellen der Stammesangehörigen geschützt werden, die unter ständiger Bedrohung von Außenstehenden stehen. In vergangenen Jahren wurden einige Sentinelesen von Außenstehenden getötet, und daher wird die Ankunft jeglicher nicht-Sentinelesen als feindlich angesehen.

Der Brief wurde auch von Christopher Booker, Sandy Gall und George Monbiot
unterschrieben.

Der Direktor von Survival International, Stephen Corry, sagte heute, "Journalisten in der ganzen Welt müssen verstehen, dass der Gebrauch solcher Begriffe nicht nur unangebracht, sondern extrem schädlich ist. Sie fördern Vorurteile, die wiederum direkt zum Leid der Stammesvölker führen. Wir freuen uns, dass solch hochrangige Journalisten diese Ursache aufgenommen haben und hoffen, dass viele andere ihrem Beispiel folgen werden."


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