Ärzte bestätigen Masern bei Jarawa 19 Mai 2006

Ärzte auf den Andaman Inseln haben nun bestätigt, dass Mitglieder des Stammes der Jarawa an Masern leiden. Die örtlichen Behörden hatten einen Masernausbruch innerhalb des Stammes geleugnet, und behaupteten stattdessen, dass einige Jarawa "Hitzepickel" gehabt hätten.

Eine große Anzahl Jarawa Kinder wurde im letzten Monat mit verschiedenen Gesundheitsproblemen in das G.B. Pant Krankenhaus in Port Blair eingeliefert: U.a. mit Lungenentzündung und Augenproblemen, beides typische Nachwirkungen von Masern. Alle wurden mittlerweile wieder in ihren Wald zurückgebracht. Die Ärzte bestätigten der BBC letzte Woche, dass die Kinder an Masern litten.

Als im Jahr 1999 108 Jarawa an Masern erkrankten, stritten dies die örtlichen Behörden zuerst auch ab – einige Wochen später, nach Zeugenaussagen von Ärzten, mussten sie jedoch zugeben, dass es sich bei der Epidemie um Masern handelte. Survival hat die Behörden wiederholt davor gewarnt, dass die Jawara durch die noch immer offene, illegale Straße, die durch ihr Reservat führt, und die stets weiter vordringenden Siedler auf ihrem Land potentiell tödlichen Krankheiten ausgesetzt sind.

Epidemien wie die Masern haben in der Vergangenheit viele Stammesvölker dahingerafft: Im 19. Jahrhundert wurde mindestens die Hälfte der "Great Andamanese" auf einer und alle auf einer anderen Insel ausgerottet. Dieser ehemals 5000 Mitglieder zählende Stamm hat heute nur noch 41 Mitglieder. Im Jahr 1978 – nach dem Bau einer Landstraße durch ihren Wald – verloren vier Yanomami-Gemeinden in Brasilien 50% ihrer Mitglieder durch die Masern.



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