Krankheit befällt 16% eines isolierten Stammes auf den Andamanen

42 Kinder des isoliert lebenden Jarawa Stammes auf den Andamanen Inseln wurden in den letzten drei Wochen mit Masern infiziert. Diese Epidemie könnte das Ende des Stammes bedeuten. Die Zahl entspricht 16% der Gesamtbevölkerung von 270 Mitgliedern des Stammes.

Survival erhielt letzte Woche die Nachricht, dass sieben Jarawa Kinder mit
Masern ins Krankenhaus eingeliefert wurden. Die örtlichen Behörden haben seitdem jeglichen vor kurzem aufgetretenen Ausbruch von Masern unter den Jarawa geleugnet und stattdessen behauptet, dass einige Kinder an "Hitzepickeln" gelitten hätten. Als 108 Jarawa 1999 mit Masern infiziert wurden leugneten dieselben Behörden, dass die Jarawa Masern hätten. Doch Wochen später mussten sie es zugeben, nachdem Ärzte auf den Inseln Untersuchungen gemacht und Gutachten erstellt hatten.

Eine verlässliche Quelle informierte Survival heute, dass 17 Jarawa Kinder momentan im G.B. Pant Krankenhaus in der Stadt Port Blair von Polizisten bewacht stationiert seien. Es wird berichtet, dass die Kinder an vielerlei Krankheiten leiden, darunter Lungen- und Augenpentzündung – beides typische Nachwirkungen der Masern. 25 weitere Kinder wurden am 22. April im Krankenhaus aufgenommen und Tage später zurück in ihren Wald gebracht.

Viele Stammesvölker wurden durch Masern ausgelöscht. Im 19. Jahrhundert tötete die Krankheit mindestens die Hälfte der Großen Andamanesen auf einer und alle Stammesmitglieder auf einer anderen Insel. Dieser Stamm, der einst 5000 Mitglieder zählte, zählt heute nur noch 41 Menschen.

Indische Siedler, die zunehmend in das Land eindringen, bedrohen das Überleben der Jarawa beträchtlich. Sie bringen nicht nur zuvor unbekannte Krankheiten mit sich, sondern wildern die Tiere auf die die Jarawa angewiesen sind. Immer wieder werden auch Jarawa-Frauen sexuell missbraucht. 2002 beschloss der Oberste Gerichtshof, dass die Straße, die das Gebiet der Jarawa durchschneidet, geschlossen werden soll. Doch die Behörden haben sich dem Beschluss entgegengesetzt und halten die Straße nicht nur offen, sondern erweitern sie zudem noch. Survival hat wiederholt davor gewarnt, dass dadurch die Jarawa potentiell tödlichen Krankheiten ausgesetzt sind.

Survival's Direktor Stephen Corry sagte heute, "Indem Indien seine eigenen Gesetze zum Schutz der Jarawa missachtet, läuft das Land Gefahr dieses einzigartige Volk für immer zu zerstören. Die Straße muss geschlossen werden
und das Eindringen in das Land und das Wildern müssen verhindert werden, bevor es zu spät ist."


Mehr Informationen erhalten Sie von Survival Deutschland; per Tel.: ++49 (0)30 29002372 oder per Email: info@survival-international.de

Wenn Sie zukünftig unsere Pressemitteilungen per Email erhalten
möchten, nutzen Sie zur Anmeldung bitte das vorgesehene Eingabefeld auf
der linken Seite.