Grundsatzentscheidender Fall beginnt

Neunzehn Jahre nach der Ermordung von Vicente Canas hat der Prozess gegen die wegen Mordes Angeklagten heute in Cuiabá, der Hauptstadt des Staates Mato Grosso, begonnen.

Vicente Canas war ein Missionar, der 1974 den ersten friedlichen Kontakt mit dem Stamm der Enawene Nawe herstellte. Er lebte 10 Jahre lang mit den Indianern und passte sich deren Lebensstil an. Außerdem sorgte er für die medizinische Grundversorgung des Stammes.

Als Vincente Canas zum ersten Mal auf die Enawene Nawe traf, gehörten dem Stamm gerade einmal 97 Indianer an. Heute sind es 430.

Vicente wusste, dass die Enawene Nawe ihr Land sichern mussten, um zu überleben. Obwohl er Todesdrohungen erhielt und sich dem gewaltsamen Widerstand von Landbesitzern und Farmern ausgesetzt sah, hat er sich erfolgreich für die offizielle Anerkennung des Territoriums eingesetzt.

Dies kostete ihn sein Leben. 1987 brach eine Gruppe Farmer in die abgeschieden gelegene Hütte des Missionars in der Nähe des Enawene Nawe Dorfes ein und erstach ihn.

Die nachfolgende Untersuchung des Falls war durch Korruption und Inkompetenz gekennzeichnet, so dass keiner der sechs Angeklagten jemals vor Gericht gestellt wurde. Drei Männer, darunter ein ehemaliger Polizeichef, müssen sich schließlich vor Gericht verantworten. Zwei weitere der ehemals sechs Angeklagten sind verstorben; ein Dritter ist der Anklage nach zu alt, um den Prozess durchzustehen.

Die brasilianische Nichtregierungsorganisation CIMI bittet Unterstützer der Enawene Nawe darum, Staatsanwaltschaft und Medien in Mato Grosso unter Druck zu setzen und zum Ende der Straflosigkeit aufzurufen.

Die Enawene Nawe haben sich für die Demarkation wichtiger Teile ihres Landes eingesetzt, da das Rio Preto Gebiet bei der ursprünglichen Registrierung des Gebietes nicht bedacht wurde. Die Indianer haben Drohungen von Rinderfarmern erhalten, die verhindern wollen, dass Stammesangehörige das fischreiche Gebiet betreten

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