UN verurteilt Rassismus der Regierung

Ein Bericht des UN-Ausschusses für die Beseitigung der Rassendiskriminierung bezeichnet Botswanas Umgang mit seinen „Buschmännern“ als rassistisch. Der im August 2002 veröffentlichte Bericht kritisiert sowohl die Vertreibung der Gana- und Gwi-Buschmänner von ihrem angestammten Land im Zentral Kalahari Wildschutzgebiet (CKGR), als auch die grundsätzliche Voreingenommenheit Regierungsbeamter allen indigenen Völkern gegenüber (die in Botswana auch als Basarwa oder San bekannt sind).

Hier einige Auszüge aus dem Bericht:

Der Ausschuss:

* „ist besorgt über den selektiven Charakter bestimmter innenpolitischer Gesetze wie dem Chieftainship Act und dem Tribal Territories Act, welche nur die Stämme anerkennen, die Tswana sprechen. Über andere Stämme, besonders die Basarwa/San Völker, wird berichtet, dass sie vom kulturellen, sozialen, ökonomischen und politischen Leben ausgeschlossen werden, nicht von kollektiven Rechten am Land Gebrauch machen oder im House of Chiefs  mitwirken.“ (Punkt 10)

* „ist besorgt über voreingenommene Äußerungen gegen die Barsawa/San Völker, u.a. von Beamten.“ (Punkt 11)

* „zeigt sich besorgt über die anhaltende Vertreibung der Barsawa/San Völker von ihrem Land und über Berichte, die erklären, dass ihre Wiederansiedlung außerhalb der CKGR ihre politischen, ökonomischen, sozialen und kulturellen Rechte nicht berücksichtigt. Der Ausschuss weist den Staat  auf seine Empfehlung XXIII über Indigene Völker hin und empfiehlt, dass diesen zufolge keine Entscheidungen bezüglich der Rechte und Interessen von Mitgliedern indigener Völker ohne deren Einverständniserklärung gefällt werden sollten.“ (Punkt 13)

*„stellt fest, dass die sprachlichen und kulturellen Rechte der Barsawa/San Völker nicht immer Beachtung finden, besonders was Lehrpläne und den Zugang zu Massenmedien betrifft.“ (Punkt 14)

Aus: “Abschließende Betrachtungen des Ausschusses für die Beseitigung der Rassendiskriminierung: Botswana“, UN-Ausschuss für die Beseitigung der Rassendiskriminierung, 61. Sitzung, 23. August 2002.


Ausschuss für die Beseitigung der Rassendiskriminierung (Englisch: Committee on the Elimination of Racial Discrimination, CERD)