Mehr Staudämme bedrohen Indianer des Amazonas 17 April 2007

Während Brasilien am 19. April seinen nationalen „Tag des Indianers“  feiert, bedroht eine neue Welle von Staudammerrichtungen das Leben abgeschiedener Indianerstämme im brasilianischen Amazonas.

Sechs Stämme, darunter die isoliert lebenden Enawene Nawe, stehen der Aussicht gegenüber, dass bis zu 11 Staudämme entlang des Flusses Juruena, der durch ihr Territorium fließt, errichtet werden. Zur selben Zeit wurde ein alter Plan wieder aufgegriffen, der fünf große Staudämme entlang des Flusses Xingu vorsieht und die Existenz von 18 Stämmen in der Region bedrohen wird. Der ursprüngliche Plan wurde 1989 aufgrund massiver internationaler Proteste zurückgestellt.

Der abgeschiedene Stamm der Enawene Nawe zählt nur 420 Menschen, die sich hauptsächlich von der Fischerei ernähren.
Sie protestieren gegen Pläne von Soja-Unternehmen, die vom weltgrößten Soja-Hersteller, der Maggi Familie, angeführt werden. Diese Pläne sehen vor den Juruena zu stauen, um hydroelektrische Kraft für die Industrie zu gewinnen.
Die Enawene Nawe, anders als die meisten Amazonas Stämme, essen kein rotes Fleisch. Die Staudämme würden den Fortpflanzungszyklus der Fische, von denen sich die Enawene Nawe ernähren, beträchtlich stören. Dadurch würden sie ihre Existenzgrundlage und einzigartigen Rituale, die mit dem Zyklus des Fischens verbunden sind, verlieren.

Die Enawene Nawe haben gesagt: “Die Staudämme werden uns den Tod bringen ebenso wie sie den unkontrollierbaren Zorn der Geister erregen werden.“ Sie haben einen Offenen Brief geschrieben, um ihren Ärger auszudrücken.

Das Project der Xingu Staudämme wurde 1989 aufgegeben, nachdem der Stamm der Kayapó enorme Proteste eingeleitet und die Aufmerksamkeit der Medien weltweit erregt hatte. Die Kayapó suchen nun Unterstützung für eine weitere Kampagne gegen Xingu Staudämme.

Der Direktor von Survival, Stephen Corry, sagte heute: “ Den Fluss der Enawene Nawe zu stauen würde zu einer Katastrophe für diesen einzigartigen Stamm führen.
Es dürfen keine weiteren Staudämme errichtet werden. Es ist schwer zu glauben, dass die brasilianische Regierung sogar dieses in Ungnade gefallene Projekt wieder in Erwägung zieht, so wie beim Xingu.“

 

Für mehr Informationen kontaktieren sie bitte Laura Engel unter info@survival-international.de 

 

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