Malaria und Hepatitis bedrohen Javari Stämme

Die Indianer des Javari Tals, im brasilianischen Amazonas Gebiet, haben warnend darauf hingewiesen, dass Malaria und Hepatitis in ihren Gemeinden außer Kontrolle geraten und dass die nicht kontaktierten Stämme der Gegend in ernster Gefahr sind.

Im Jahre 2006 litten 90% der Indianer in dieser Gegend an Malaria. Eine neueste Studie mit 306 Indianern offenbarte, dass 56% den Hepatitis B Virus in sich tragen; das durch die Welt Gesundheits Organisation als „akzeptabel“ betrachtete Niveau beträgt 2%. Erschütternde 85% der Indianer haben Kontakt mit dem Hepatitis A Virus gehabt, und 25% tragen den Hepatits C Virus in sich.

Das Javari Tal ist das zweitgrößte Indigenengebiet in Brasilien. Es ist Heimat für die Kanamari, Kulina, Marubo, Matsés, Matis, Korubo und Tsohom Djapá Stämme und man weiß, dass mindestens sechs unkontaktierte Stämme in der abgelegenen Region nahe der peruanischen Grenze leben.

Die örtliche Indianer Organisation hat in einem Brief an die brasilianische Regierung geschrieben: "Die Situation der isoliert lebenden Indianer der Region ist nicht minder ernst…Illegale und räuberische Übergriffe… verschlimmern die gesundheitliche Situation und machen diese Menschen noch verwundbarer. Diese Aspekte bedrohen das physische und kulturelle Überleben, und verstoßen gegen Artikel 231 der Bundesverfassung, welcher bestimmt, dass der Staat Bräuche, Sprachen und traditionell besetzte Gebiete schützen muss.“

Die Indianer sagen, dass die, für die indigene Gesundheit verantwortlichen, brasilianischen Autoritäten nicht genügend Maßnahmen zur Bekämpfung der Krise unternehmen. Seit fünfzehn Jahren äußern sich die indigenen Anführer über die Situation, aber in den letzten fünf Jahren, ist die Krise immer schlimmer geworden.

Sehen Sie Filmsequenzen vom Stamm der Korubo und Matis

Laden Sie einen Bericht des Instituts für soziale Fragen und Umweltschutz über die Gesundheitskrise im Javari Tal herunter (Portugiesisch).