Botswanas Präsident greift Gerichtsurteil vor

BOTSWANA: Botswanas Präsident greift Gerichtsurteil vor (22.02.2005)

Botswanas Präsident Mogae erklärte gestern gegenüber einem britischen Publikum, dass er eine Rückkehr der Gana- und Gwi-Buschmänner in ihre Heimat im Zentral Kalahari Wildreservat nicht zulassen werde. „Ich kann nicht zulassen, dass sie zurückgehen", sagte er, womit er einem Urteil im laufenden Gerichtsverfahren vorgriff.

Präsident Mogae behauptete außerdem, die Buschmänner dürften im Wildreservat jagen, solange sie keine Schusswaffen benutzten. Tatsächlich aber hat Herrn Mogaes Regierung jegliches Jagen und Sammeln im Wildreservat nach der Vertreibung der Buschmänner 2002 verboten. Buschmänner, die jetzt versuchen, zu jagen, müssen mit Verhaftung und hohen Geldstrafen rechnen.

Der Präsident hielt an der Sussex University einen Vortrag über „Botswana's experience of development" („Botswanas Erfahrungen mit Entwicklung") Nach dem Vortrag wurde er nach den Buschmännern gefragt. „Entwicklung", sagte der Fragesteller, habe für die Buschmänner bedeutet, „von ihrem angestammten Land vertrieben zu werden, in Zwangsansiedlungslager gebracht zu werden, die für sie Orte des Todes, des Alkoholismus und der Abhängigkeit von staatlichem Almosen sind."

Survivals Leiter Stephen Corry sagte heute: „Der Präsident hat die Wahl. Wenn Herr Mogae die Buschmänner, die so sehr zurück nach Hause wollen, nicht zurück lässt, wird der Ruf des Landes weiter in den Keller gehen. Die Weltöffentlichkeit wird das nicht vergessen oder einfach laufen lassen. Der Präsident hat wiederholt behauptet, seine Regierung erlaube den Buschmännern, im Wildreservat zu jagen, was einfach nicht wahr ist. Die rechtschaffenen und gesetzestreuen Bürger Botswanas bemerken möglicherweise, dass der so lange und sorgfältig aufgebaute gut Ruf ihres Landes nun in sich zusammenfällt. Er wäre so leicht zu bewahren: Lasst die Buschmänner, die es wollen, zurückkehren und ungehindert jagen und sammeln. Das würde euch nichts kosten."

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