BRASILIEN : Rassistische Kommentare der BBC verstärken haltlose Stereotypen von Amazonasstamm

Der Stamm der Yanomami aus dem Regenwald des Amazonas wurden in einer von der britischen BBC ausgestalten Sendung heute morgen als „die niederträchtigsten Menschen des Planeten" bezeichnet. Die von Dirk Wittenborn, Autor des Romans „Fierce People" – kämpferisches Volk, geäußerte rassistische Beleidigung ist absolut haltlos. Ähnliche Kommentare waren bereits in der Vergangenheit für das Wohlergehen der Yanomami äußerst nachteilig. Survial plant, bei der für die BBC verantwortlichen Aufsichtsbehörde Broadcasting Standards Commission,  wegen dieser rassistischen Bemerkung eine Beschwerde einzureichen.
Wittenborns  Ansichten über die Yanomami scheinen auf die Arbeiten des höchst kontroversen Ethnologen Napoleon Chagnon zurückzugehen. Chagnons Arbeit wurde von anderen Ethnologen, die mit den Yanomami zusammenarbeiteten, aufs Schärfste kritisiert und diskreditiert, und von ihnen als durchweg voreingenommen und sogar erfunden bezeichnet.
Die Darstellung der Yanomami als ein niederträchtiges und kämpferisches Volk war ihrem Wohlergehen in den vergangenen Jahrzehnten äußerst nachteilig.  In den 70er Jahren verweigerte Sir Edmund Leach seine Unterstützung für Landrechte der Yanomami, da er fürchtete, sie würden sich „gegenseitig ausrotten". In den 90er Jahren verweigerte die britische Regierung einen Finanzierungsantrag mit der Begründung, dass jegliche Projekte der „Verringerung der Gewalt" unter den Yanomami dienen müssen.
Bis zu 20% der Yanomami erlagen Krankheiten und Quecksilbervergiftungen, die das Resultat der Invasion ihres Landes in den 90er Jahren waren. Sie wurden von in ihr Land eindringenden Goldsuchern massakriert; die Eigentumsrechte ihres Landes, auf dem sie seit Tausenden von Jahren leben, wurden ihnen abgesprochen. Auch im Allgemeineren ist die Darstellung von Stammesvölkern als „Primitive", „steinzeitlich" und „seit Hunderten von Jahren unverändert" für alle Stammesvölker schädlich und wird oft als Rechtfertigung für rassistische Politik verwendet.
Survival Director Stephen Corry konstatierte: „Die Mitarbeiter von Survival International kennen das Volk der Yanomami seit ber 30 Jahren und wissen, dass sie mit Sicherheit nicht niederträchtig sind. Es geschieht sehr oft, dass Menschen sich nicht mit den Fakten vertraut machen, wenn sie über Stammesvölker sprechen, und so zur Erhaltung von Missverständnissen und Stereotypen beitragen."

Mehr Informationen erhalten Sie von Survival Deutschland; per Tel.: ++49 (0)30 29002372 oder per Email: info@survival-international.de

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