SUDAN: Gute Nachrichten für die Nuba?

Während der letzten zehn Jahre sind die Nuba-Stämme des Zentral-Sudan dem brutalen Bürgerkrieg zwischen der islamistischen Regierung und der Rebellenbewegung im Süden des Landes ausgesetzt. Große Flächen ihres Landes wurden von groß angelegter kommerzieller Agrarwirtschaft mit dem Einverständnis der Regierung übernommen, und viele Nuba-Angehörige haben sich daher der Rebellenbewegung angeschlossen. Die Nuba-Berge sind während der letzten zehn Jahre von der Außenwelt abgeschnitten gewesen. In der Zwischenzeit werden Dörfer von Flugzeugen der Regierung aus bombardiert, Menschen werden in Internierungslager abgeschoben, Bauern dürfen kein Getreide mehr anbauen und es gibt großen Bedarf an Lebensmitteln und medizinischer Versorgung.

Doch es könnte eine Lösung geben.

Am 19. Januar 2002 einigten sich Abgeordnete der sudanesischen Regierung und die SPLA auf einen sechsmonatigen Waffenstillstand im gesamten Nuba-Gebiet. Die Initiative dafür kam vom US-Spezialabgesandten für Frieden im Sudan und ehemaligen US-Senator John Danforth. Dieser hatte auch im vorigen Jahr eine neue Initiative für humanitären Zugang und Frieden im Sudan gestartet, mit Priorität für die Notlage der Nuba. Ein vorübergehendes Waffenstillstandsabkommen ist im November 2001 unterzeichnet worden und Hilfe begann sofort auch die Berge zu erreichen.

Die Verhandlungen wurden in Burgenstock in der Schweiz abgehalten und von der Schweizer Regierung begünstigt. Berichten zufolge lag dies daran, dass dem Schweizer Botschafter in Kenya der Film 'Nuba Conversations' sehr nahe ging, als er diesen im Januar 2001 in Nairobi gesehen hatte. Dies belegt auch den Erfolg von Survival bei Vorbereitungen und Veröffentlichungen von Informationsveranstaltungen.

Wenn jedoch nicht beide Parteien an ihrem Übereinkommen festhalten, wird die Initiative untergehen und die Bombardierungen könnten von neuem starten. Suleiman Rahhal, von der Organisation Nuba Survival, kommentierte, 'Die Nuba freuen sich über diesen Ansatz, ein Schritt in die richtige Richtung. Doch der Weg zum Frieden in den Nuba-Bergen ist noch sehr lang.' Survival hat einen Brief an John Danforth und die sudanesische Regierung geschrieben, in dem er darauf drängt, dass unabhängige Beobachter in den Bergen postiert werden sollten, um die Übergaben von Hilfsgütern und alle zukünftigen Waffenruhen zu überwachen.

Mehr Informationen erhalten Sie von Survival Deutschland; per Tel.: ++49 (0)30 29002372 oder per Email: info@survival-international.de

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