Peru: Zweite Ölfirma wegen unkontaktierter Stämme gestoppt

Die peruanische Regierung hat die Ölförderung am nördlichen Amazonas durch die US Firma Barrett Resources zum Schutze der dort lebenden, bisher unkontaktierten Stämme verhindert.
Bereits einige Tage zuvor hatte die Regierung eine ähnliche Entscheidung für ein benachbartes Gebiet im Regenwald getroffen, bei der es ebenfalls um Öl-Geschäfte ging.
Perus Energieministerium hat die von der Firma Barrett geplante Umweltverträglichkeitsprüfung (Environmental Impact Assessment, EIA) abgelehnt, mit der mögliche Ölvorkommen erkundschaftet werden sollten. Einer der Hauptgründe dafür ist, dass die EIA die unkontaktierten indigenen Gruppen der Region in ihren Plänen unberücksichtigt lässt.

Erst eine Woche zuvor hat das Ministerium die Pläne des spanischen Ölgiganten Repsol mit derselben Begründung abgewehrt. Keine der beiden Firmen kann ohne die Zustimmung des Ministeriums weiterverfahren.

In Peru gibt es schätzungsweise 15 verschiedene unkontaktierte Stämme, die allesamt aufgrund von Ölfelderkundungen und illegaler Rodung vom Aussterben bedroht sind. 70% des peruanischen Amazonasgebiets sind bereits für Ölfirmen zugänglich.

Für Empörung hat der Vorsitzende der staatlichen Ölfirma Perupetro vor kurzem gesorgt, als er zunächst die Existenz der indigenen Gruppen anzweifelte und dann ankündigte, Kontakt zu ihnen aufzunehmen. Wegen ihrer Isolation sind die indigenen Menschen Perus extrem anfällig für Krankheiten, sodass jede Form von Kontakt fatale Auswirkungen für sie haben kann.

Der Direktor von Survival International, Stephen Corry, sagte dazu heute „Es sind gute Neuigkeiten, aber natürlich ist das nur temporär. Das Ministerium muss jetzt den Firmen ihre Ölgeschäfte in den Gebieten, in denen unkontaktierte Menschen leben, untersagen und die Firmen müssen sich einverstanden zeigen, dass sie diesen Gebieten fernbleiben. Internationales Recht begreift dieses Land als das Land der dort lebenden Stämme. Barrett und Repsol sollten das anerkennen.“