UK: Yanomami Anführer – Großbritannien muss internationales Gesetz unterzeichnen

Der brasilianische Schamane Davi Yanomami hat heute einen Brief an Tony Blair übergeben, in dem er die britische Regierung dazu aufruft, die ILO Konvention 169 zu ratifizieren – das internationale Schlüsselgesetz für Stammesvölker.

In dem Brief schreibt Davi: „Das Land der Yanomami in Brasilien wird durch Holzfäller, Minenbau und Viehhaltung bedroht. Mein Volk leidet und unser Überleben ist ständig bedroht. Aber dieses internationale Gesetz könnte uns schützen. Unser eigenes Land hat diese Konvention unterzeichnet, doch wir sind sehr unglücklich, dass andere Länder, so wie Ihres, dies nicht getan haben. Je mehr Länder es ratifizieren, desto mehr Gewicht wird es innerhalb des internationalen Rechts haben, und desto mehr können wir uns darauf verlassen, dass es unser Land und unser Volk schützt.

Ich habe gehört, dass Ihre Regierung die Konvention nicht unterzeichnen will, da es in Großbritannien keine indigenen Völker gibt. Aber dennoch können indigene Völker in anderen Ländern durch Regierungsprojekte, die von Großbritannien finanziert werden, betroffen sein. Auch britische Unternehmen in anderen Ländern müssen dazu angehalten werden, die ILO 169 zu befolgen.

Daher ist es lebensnotwendig für indigene Völker wie die Yanomami, dass Ihre Regierung die ILO 169 ratifiziert. Ich bitte Sie, Millionen andere wie uns auf der Welt zu unterstützen, indem Sie unsere Rechte als wichtig anerkennen und die Konvention unterzeichnen.“

Die ILO Konvention 169 is das wichtigste internationale Gesetz für Stammesvölker. Es erkennt ihre Rechte auf Landbesitz an und besagt, dass sie bei Entwicklungen, die sie betreffen, berücksichtigt werden müssen. Anders als die kürzlich verabschiedete UN Deklaration über indigene Völker, sind durch die ILO 169 die Regierungen, die diese ratifiziert haben, gesetzlich gebunden.