Amazonas-Indianer halten Massenkundgebung gegen Staudämme 13 Mai 2008

In der Stadt Altamira, Pará, wird vom 19. bis zum 23. Mai die größte Zusammenkunft von Indianern im brasilianischen Amazonas seit fast zwanzig Jahren stattfinden, um gegen eine Reihe von riesigen hydroelektrischen Staudämmen zu protestieren, die am Rio Xingu geplant sind.

Mehr als eintausend Indianer von den Kayapó, Ikpeng und anderen Stämmen werden sich, zusammen mit Bewohnern des Flussufers und Kleinbauern versammeln, um sich dem Projekt zu widersetzen. Der Rio Xingu ist einer der Hauptzuflüsse des Amazonas. Die Kayapó sagen, dass ihn zu stauen, ihre Lebensweise zerstören, die Tiere und Fische, auf die sie angewiesen sind, töten und ihre Gesundheit erheblich beinträchtigen würde.

Die Ikpeng sagten in einer Stellungnahme: „Wir sind ein indigenes Volk des Xingu und wir wollen diesen Staudamm an unserem Fluss nicht. Wir wollen die Fische und die Flora und die Fauna, wir wollen, dass der Fluss sauber ist. Wir wollen Wasser, das uns ernährt und das unseren Durst stillt. Wir halten den Fortschritt des Landes nicht auf. Wir verteidigen unser Recht auf Leben, auf unser Land und unsere Lebensweise.“

1989 wiesen die Kayapó und andere Stämme des Xingu Beckens bei einer historischen Versammlung in Altamira, die Pläne der brasilianischen Regierung für den Bau von sechs hydroelektrischen Staudämmen am Fluss zurück. Als Folge kündigte die Weltbank einen Kredit für die Staudämme und alle Pläne, den Xingu zu stauen, wurden für mehr als ein Jahrzehnt auf Eis gelegt. Bei dem Treffen von 1989 waren auch Popstar Sting und Body Shop Gründerin Anita Roddick anwesend.

In den letzten Jahren haben Brasiliens Energieplaner erneut ihr Augenmerk auf das Stauen des Amazonas gerichtet, darunter auch auf den Bau des Belo Monte am Xingu, der der drittgrößte Staudamm der Welt wäre (11,181 MW eingebaute Kapazität). Insgesamt sind bis zum Jahr 2030 70 riesige Staudämme im Amazonasbecken geplant.

Anderenorts in Brasilen widersetzt sich auch der abgeschiedene Enawene Nawe Stamm im Bundesstaat Mato Grosso Plänen zum Bau eines hydroelektischen Staudammes am Rio Juruena, der ihrem Land vorgelagert ist. Die 420 Enawene Nawe, die kein rotes Fleisch essen, sagen, dass wenn die Dämme gebaut werden, die Fische, auf die sie angewiesen sind, ihre Leichgründe nicht mehr erreichen können.

Der Direktor von Survival, Stephen Correy, sagte heute: „ Große Staudämme wie die, die für den Xingu geplant sind, hatten lange einen schlechten Ruf wegen der katastrophalen Auswirkungen auf die Anwohner und die Umwelt und auch wegen ihrer Unwirtschaftlichkeit. Die brasilianische Regierung muss auf die Stimmen der Kayapó und die der anderen Stämme des Xingu hören und die Pläne unverzüglich fallen lassen.“

Für weitere Informationen kontaktieren Sie bitte Laura Engel unter (030) 722 931 08 oder per Email an le@survival-international.de

Besuchen Sie die International Rivers Website zum Thema Xingu
Kontaktperson für Stammesangelegenheiten in Brasilien: Sheila Juruna vom Stamm der, (55) 93 9139 4388 oder (55) 93 9171 5409 (nur Portugiesisch)

NGO Ansprechpartner in Brasilien:

- Glenn Switkes, International Rivers, (55) 35 33326809 oder (55) 11 8460 9513 (spricht Englisch)

Ausschließlich Portugiesisch:
- Antonia Melo e Antonia Martins – Fundação Viver Produzir e Preservar (FVPP), Altamira, (55) 93 3515 2406 oder 9904 8680 oder 9951 4030
- Dom Erwin Krautler, Bischof des Xingu and Präsident des Indigenist Missionary Council (CIMI), Altamira, (
55) 93 9976 1046
- José Cleanton Curioso Ribeiro, CIMI Altamira, (55) 93 3515 2312 oder 9952 0740
- Raul Telles do Valle, Instituto Socioambiental (ISA – Socio Environmental Institute), (
55) 61 3035 5114
- Tarcisio Feitosa, CPT (Weiseland Commission) and Goldman Preis Gewinner, (+55) 91 9191 5633

 

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