Brasilianische Indigene rufen in London zum Schutz des Amazonasgebietes auf 20 Juni 2008

Zwei brasilianische Indigenenvertreter werden in der nächsten Woche in London eintreffen, um ihrem verzweifelten Appell für den Schutz ihres Lebensraumes im Amazonasgebiet Ausdruck zu verleihen.

Die die Indigenen und ihr Land wurden erst kürzlich von brasilianischen Landwirten angegriffen, wobei 10 Indigene angeschossen, wichtige Brücken niedergebrannt und eine Bombe in das Dorf der Indianer geworfen wurde.

Die in London erwarteten Indianer, die den Stämmen der Makuxi und der Wapixana angehören, werden sich sowohl mit britischen Parlamentsabgeordneten in Westminster als auch mit Vertretern des Auswärtigen Amtes und des Commonwealths treffen, um Hilfe für ihr Land zu erbitten.

Die Makuxi, die Wapixana und drei weitere Stämme kämpfen bereits seit mehreren Jahrzehnten für den Schutz ihres Territoriums, bekannt als Raposa Serra do Sol, durch die brasilianische Regierung.

Obwohl Präsident Lula das Gebiet im Jahre 2005 offiziell den Indigenen zugesprochen hat, weigert sich eine Gruppe einflussreicher Landwirte, welche einen Großteil des Territoriums nutzen, vehement das Gebiet zu verlassen.

Die Regierung des Bundesstaates Roraima unterstützt die Landwirte dabei und versucht beim obersten Gerichtshof in Brasilien einzuklagen, dass ihnen ein großer Teil des indigenen Landes überlassen wird.

Studien von brasilianischen und US-amerikanischen Forschern zeigen jedoch auf, dass der Regenwald im Amazonasgebiet am effektivsten in indigenen Gebieten geschützt wird, welche momentan ein Fünftel des brasilianischen Amazonasgebietes ausmachen.

Das Gebiet Raposa Serra do Sol, welches sich durch eine spektakuläre Landschaft mit Bergen, Savannen, Wasserfällen und dem Regenwald auszeichnet, inspirierte die bekannten britischen Autoren Sir Arthur Conan Doyle und Evelyn Waugh, es in ihre Romane “The Lost World” und “A Handful of Dust” mit einzubringen.  

Stephen Corry, Direktor von Survival, sagte heute:  "Dies ist ein äußerst wichtiger Kampf für die brasilianischen Indianer und das Amazonasgebiet. Wenn die Landwirte und Politiker es schaffen sollten, Raposa Serra do Sol von den Indigenen zu stehlen, dann können alle brasilianischen Indianer auch ihr Land als enteignet ansehen. Wir dürfen nicht zulassen, dass sowas passiert.”

Die Projektleiterin für Brasilien der katholischen Organisation CAFOD, Cecilia Iorio, äußerte sich zu der Problematik, wie folgt: “Wir agieren Seite an Seite mit dem Indigenenrat in Roraima. Wenn es einen Rückschlag in diesem Präzedenzfall geben sollte, dann wird es schwer, weiterhin der Regierung ihr ehrliches Engagement zur Durchsetzung der Rechte von Indigenen in Brasilien zu glauben.”

Auch Amnesty International unterstützt den Besuch der Indianer in Europa.

Für mehr Informationen kontaktieren Sie bitte Laura Engel unter 030-72293108 oder per E-Mail an info@survival-international.de

 

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