Kongress lehnt Gesetz zum Schutz isolierter Indianer ab 8 April 2005

Gestern hat der Kongress Paraguays einen Gesetzesentwurf abgelehnt, der das Kerngebiet des letzten isoliert lebenden Indianerstammes südlich des Amazonasbeckens schützen sollte. Durch diese Entscheidung sind die Indianer nun auf Gedeih und Verderb den Viehzüchtern ausgeliefert, die ihr Land illegal aufgekauft und zur Rodung freigegeben haben.  

Die Indianer, Mitglieder des Ayoreo Stammes, leben im trockenen Buschwald Westparaguays. Sie sind nomadische Jäger und Sammler, die vom zahlreichen Wild in der Gegend leben. Sie jagen Wildschweine, Ameisenbären und Armadillos, sammeln wilden Honig und bauen Gemüse an. Ihr Land wird durch gerichtliche Verfügungen geschützt, die eigentlich jegliche Rodungsarbeiten untersagen. Nach dem Gesetz Paraguays haben Indianer das Recht auf ihr eigenes Land.

Zwei große Firmen aus Paraguay und Brasilien haben das Land der Ayoreo illegal gekauft und damit begonnen es zu roden. Durch den Gesetzesentwurf, der gestern im Kongress abgelehnt wurde, wäre das Kerngebiet des Indianerlandes wieder in den Besitz des Stammes zurückgeführt worden.

Survivals Generaldirektor Stephen Corry sagte heute: "Dies ist ein furchtbarer Tag für die Ayoreo. Sie haben heute die Aussicht verloren,  endlich einen gewissen Schutz vor den Viehzüchtern zu erhalten. Es ist aber auch ein schlimmer Tag für Paraguay,  denn das Land hat einen entscheidenden Test nicht bestanden: Es hätte beweisen können, dass es sich seinen verwundbarsten Bürgern gegenüber ‘zivilisiert' benimmt."


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