Die Zukunft von Stammesvölkern bleibt ungewiss 25 Oktober 2004

„Ich denke, Sie können uns helfen mit dem Präsidenten zu sprechen, damit die Grenzen unseres Landes anerkannt und die Eindringlinge weggeschickt werden."
Orlando Makuxi

Die Regierung Brasiliens verzögert die Bestätigung der Grenzen des Indianergebietes Raposa-Serra do Sol im Norden Brasiliens mit verheerenden Folgen für die 12000 Indianer, die hier schon seit jeher leben. Farmer und Minenarbeiter sind illegal in dieses Gebiet vorgedrungen. Sie züchten dort Vieh, bauen Reis an und suchen nach Gold. Die Armee errichtete eine Kaserne direkt neben einem Indianerdorf.

Es wird großer Druck auf die Regierung ausgeübt, die Größe des Indianerterritoriums um ein Viertel zu verringern. Örtliche Politiker und Geschäftsleute versuchten, das Gebiet für ihre eigenen Interessen offen zu halten und hatten sogar Erfolg damit, bei Gericht eine einstweilige Verfügung zu ihren Gunsten zu erwirken. Diese wurde im November 2002 vom höchsten Gerichtshof zurückgewiesen. Und obwohl schon im Dezember 1998 der Justizminister das Gebiet zu Indianerland bestimmt hat, hat der Präsident noch immer nicht den notwendigen letzten Schritt getan die Grenzen anzuerkennen.

Jetzt wird der Präsident darum gebeten, diesen letzten Schritt zu tun. Es ist wichtig, dass er aufmerksam gemacht wird auf die tragischen Konsequenzen, die ein Unterlassen mit sich brächte.

Raposa-Serra do Sol liegt in Roraima, im nördlichsten Teil Brasiliens. Es erstreckt sich über ein Gebiet von 1,7 Millionen Hektar Größe und ist Heimat verschiedener Stämme: der Makuxi, Wapixana, Ingarikó, Taurepang und der Patamona. Seit dreißig Jahren kämpfen diese Indianer um ihr Landrecht.

Der Stamm der Makuxi wird oft bedroht und eingeschüchtert und rund ein Dutzend Indianer wurden in den letzten Jahren umgebracht. Anderen wurde ihr Besitz genommen oder zerstört. Der neueste bekannte Fall ist der Mord am Makuxi Aldo da Silva Matos im Januar 2003. Den Berichten zufolge wurde er mit erhobenen Händen von zwei Arbeitern einer Ranch erschossen.

Die Reisbauern benutzen chemische Dünger, welche Boden und Flüsse zerstören. Vögel und Fische, auf welche die Indianer angewiesen sind,  werden dadurch vergiftet und ihr Trinkwasser wird verunreinigt. Dazu kommen die mindestens sechs Förderanlagen, die Goldsucher am Rio Máu betreiben. Das Quecksilber, das zum Auswaschen des Goldes verwendet wird, trägt zum gefährlichen Grad der Verunreinigung bei. Außerdem bringen die Goldsucher Alkohol in die Indianerdörfer. Krankheiten werden verbreitet sowohl von den Goldsuchern als auch von den Soldaten, die in unmittelbarer Nähe der Makuxi kaserniert sind. Sie bieten den Indianern Alkohol und billige Waren gegen Sex an. Der Anstieg sexuell übertragener Krankheiten wird erwartet.

Ackerbau und Viehzucht haben einen zerstörerischen Effekt auf den Wildbestand der Indianer. Ihre Lebensgrundlage wird dem Vordringen in ihr Gebiet mit großer Wahrscheinlichkeit nicht standhalten können. Die vielen Indianerstämme leben vom Fischen, der Jagd und dem Anbau von Gemüse. Maniok und Mais sind dabei ihre Hauptnahrungsquellen. Einige der Stämme betreiben sehr erfolgreich Gesundheits- und Bildungskampagnen, andere haben ihre eigenen Viehzuchtprogramme im kleinen Rahmen.
Raposa-Serra do Sol ist ein wunderschönes Gebiet von großer Vielfalt, mit Bergen und Grasland sowie üppigem Regenwald und zahlreichen Nebenflüssen des Amazonas.

Die örtliche Indianerorganisation, das „Indigenous Council of Roraima" bittet die Unterstützer von Survival mit größter Dringlichkeit, sich an Brasiliens Präsidenten zu richten. Ihr Leiter, Jacir José de Souza sagt: „Wir, die indigenen Völker, haben auf diesen Moment sogar noch viel länger hingearbeitet, als Lula für die Präsidentschaft gekämpft hat. Jetzt, da er im Amt ist, ist es an der Zeit, dass er die indigenen Völker von Raposa-Serra do Sol unterstützt indem er unser Territorium anerkennt."

Mehr Informationen erhalten Sie von Survival Deutschland; per Tel.: ++49 (0)30 29002372 oder per Email: info@survival-international.de

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