Kalahari Bushmänner von ihrem Land vertrieben, während Diamantenfirmen Einzug halten

London, am 19. August 2003: Tausende von Gana and Gwi 'Bushmännern' wurden gewaltsam von ihrem angestammten Land, dem Zentral Kalahari Wildschutzgebiet in Botswana vertrieben, berichtet das Umweltmagazin 'The Ecologist'.

In einem Spezialbericht über die Notlage der Buschmänner enthüllt das Magazin 'The Ecologist' in der Septemberausgabe, dass die Regierung von Botswana seit 1997 Buschmänner von ihrem Land entwurzelt und in Umsiedlungslager verfrachtet. Begründungen dafür seien 'Entwicklung' und Naturschutz. Doch das genaue Gegenteil ist der Fall. Ein gegenwärtiger Boom an geologischen Untersuchungen zielt darauf ab, lukrative Profite durch die Ausbeutung zukünftiger Diamantenminen im Wildreservat zu sichern und seit der Vertreibung der Buschmänner hat die Anzahl der Diamantenkonzessionen innerhalb des Gebiets extrem stark zugenommen. Einer der Hauptakteure ist De Beers, der weltweit größte Diamantenkonzern.

Im Jahr 2001 produzierte Botswana 21% der Diamanten weltweit, viel mehr als jedes andere Land. Während dieses Jahres brachte der Verkauf von Diamanten in Botswana 2.3 Milliarden US-Dollar ein. Der Betrag steht für 70% von Botswanas Ausfuhreinnahmen und 50% der Einnahmen der Regierung. Eie Firma, Debswana (De Beers, Botswana), der gemeinsam von De Beers und der Regierung geleitet wird, kontrolliert die gesamte Diamantenindustrie in Botswana. Es gibt keinen Zweifel daran, dass De Beers großes Interesse an Botswana hat, da der Konzern momentan 50% der weltweiten Edelsteinproduktion kontrolliert.

Das Magazin 'The Ecologist' und Survival glauben, dass die Notlage der Buschmänner in starkem Zusammenhang mit Botswanas Diamantenhandel steht, und daher auch mit der Wirtschaft des Landes. Drohungen und Demütigungen durch Polizei und Regierungsangehörige sind an der Tagesordnung. Die Jagd, das wichtigste im Leben der Buschmänner, wurde verboten. Praktisch alle Buschmänner leben heute in düsteren Umsiedlungslagern, in denen Alkohol, Gewalt und Verzweiflung regieren. Lediglich 100 Menschen halten bis heute im Wildschutzgebiet durch.

Zac Goldsmith, Redakteur von 'The Ecologist' sagt: "Die Zukunft der Buschmänner hängt am seidenen Faden. Es muss ihnen die Freiheit gegeben werden, selbst zu entscheiden wie und wo sie leben möchten, wenn sie eine Überlebenschance haben sollen. De Beers steht für den Diamantenhandel in Botswana, und der Diamantenhandel zerstört diese uralte Kultur. Es wird Zeit für den Konzern endlich verantwortlich zu handeln und uns in unserem Appell an die Regierung von Botswana, ihre Vorgehensweise zu verändern, zu unterstützen – bevor es zu spät ist."

Stephen Corry, Generaldirektor von Survival: "Die Verfolgung der Buschmänner durch die Regierung von Botswana ist gegenwärtig eines der größten Gewaltverbrechen gegen indigene Völker.
Sie werden von dem Land vertrieben, auf dem sie seit tausenden von Jahren gelebt haben, und ihre Lebensweise und Kultur – in einmaliger Weise angepasst an die Kalahari – könnte nicht größerer Verachtung ausgesetzt sein. Behauptungen, die Buschmänner würden 'Cadillacs, wie der Rest von uns,' besitzen wollen, und dass die Vertreibung der Buschmänner wie die 'Auslese von Elefanten' zu betrachten sei, sind die absurdesten Äußerungen von Regierungsministern gegenüber Stammesvölkern in der ganzen Welt. De Beers Direktoren haben die Vertreibungen wortwörtlich Willkommen geheißen, und nun sucht der Konzern nach signifikanten Diamantreserven im Wildschutzgebiet."



Bemerkungen des Herausgebers
The Ecologist: Gegründet im Jahre 1970, The Ecologist ist das weltweit am meisten gelesene Umweltmagazin und hat zur Bildung umweltfreundlichen und grünen politischen Agendas beigetragen. Veröffentlicht in vier Kontinenten, wird 'The Ecologist' von mehr als 200,000 Menschen in 150 Ländern gelesen. Für Kommentare des Herausgebers von 'The Ecologist', Zac Goldsmith, wenden Sie sich bitte an Victoria McDougall unter 00 44 (0)20 7 351 3578 oder per Email victoria@theecologist.org. Die Septemberausgabe von The Ecologist ist heute am Kiosk erhältlich.

Mehr Informationen über den Fall der Buschmänner erhalten Sie bei Survival Deutschland; per Tel.: ++49 (0)30 29002372 oder per Email: info@survival-international.de

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