Indigener Protest legt Damm im Amazonas still

Angehörige des indigenen Volkes Enawene Nawe im brasilianischen Amazonasgebiet haben am vergangenen Samstag das Gelände eines riesigen hydroelektrischen Dammes besetzt und stillgelegt. Weiterhin zerstörten sie Anlagen auf dem Betriebsgelände. Dieser Protest stellt einen Versuch dar, den Fluss, der das Land der Enawene Nawe durchquert, zu retten.

Laut den Enawene Nawe würden die 77 am Jurena Fluss geplanten Dämme, das Wasser so stark verschmutzen, dass die dort lebenden Fische nicht mehr ihre Laichgründe erreichen könnten. Fisch ist ein maßgeblicher Bestandteil der Ernährung der Enawene Nawe, da sie kein rotes Fleisch essen. Außerdem ist er ein unersetzlicher Bestandteil ihrer Rituale.

„Wenn die Fische erkranken und sterben, dann wird das gleiche mit den Enawene Nawe passieren,“ sagte ein Angehöriger der indigenen Gruppe.

Mehrere Unternehmen, angeführt vom weltgrößten Soja-Produzenten, der Maggi-Familie, drängen auf den Bau der Dämme. Der Soja-Magnat Blairo Maggi ist außerdem Gouverneur des brasilianischen Staates Mato Grosso.

Die 500 Angehörigen der Enawene Nawe leben in einem Dorf in großen Gemeinschaftshäusern, die um einen zentralen Dorfplatz errichtet sind. 1974 wurden sie von jesuitischen Missionaren erstmals kontaktiert. Viele Jahre lang wollten die Enawene Nawe möglichst wenig Kontakt zur Außenwelt haben, doch die aktuelle Bedrohung ihres Landes hat sie dazu gebracht, sich energisch für ihre Rechte einzusetzen.

Survival Aktivistin Fiona Watson, die vor kurzem die Enawene Nawe besucht hat, steht gerne für Interviews zur Verfügung.

Für weitere Informationen kontaktieren Sie bitte Raphael Göpel telefonisch unter
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