Urteil zu Landrechten – Indianer kommen in die brasilianische Hauptstadt 9 Dezember 2008

"Dachdecken mit Palmwedeln. Serra do Sol, Brazil. "
"Dachdecken mit Palmwedeln. Serra do Sol, Brazil. "
© 1994 William Milliken/Survival

Indigene aus dem Bundesstaat Roraima im Amazonasgebiet versammelten sich heute in der brasilianischen Hauptstadt Brasilia, um auf ein Urteil des Obersten Gerichtshofes zu einem bedeutenden Prozess bezüglich ihrer Landrechte zu warten.

Das Gericht wird entscheiden, ob die Grenzen des indigenen Territoriums Raposa-Serra do Sol (‘Land der Füchse und Berge der Sonne’) aufrechterhalten werden.

Das Urteil wird für morgen, den 10. Dezember, erwartet. Dies ist gleichzeitig auch der 60. Geburtstag der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte. Indigene Gruppen haben heute vor dem Gebäude des Obersten Gerichtshofes demonstriert und werden dort morgen eine Mahnwache abhalten, während die Richter über das Urteil beraten.

Das Gesetz zur Anerkennung Raposa-Serra do Sols als indigenes Territorium wurde 2005 vom brasilianischen Präsidenten Lula da Silva unterzeichnet. Eine kleine Gruppe einflussreicher Farmer und Politiker auf Staatsebene hat jedoch ein Bittgesuch beim Obersten Gericht eingereicht, mit dem Ziel das Urteil zur Anerkennung des Landbesitzes zu kippen.

Es gibt vermehrt Berichte von Spannungen in Raposa-Serra do Sol. Jeder Indianer, der es wage, sein Land zu betreten, werde es mit 'Kugeln' zu tun bekommen, so Paulo César Quartiero, einer der Farmer, die Land auf dem Territorium der Indigenen bewohnen, zu einer lokalen Zeitung, Quartiero ist bekannt für seine gewaltsamen Aktionen gegen Indigene.

Sollte der Gerichtshof zu Gunsten der Farmer entscheiden und die Größe von Raposa-Serra do Sol verringern, verlören die dort lebenden Indianer einen der fruchtbarsten Teile ihres Landes. Von da an wären sie umgeben von feindlich gesinnten, bewaffneten Außenstehenden. Zudem wären sie permanenter Einschüchterung und Gewalt ausgesetzt. Möglicherweise würde dies auch für andere indigene Landstriche ähnliche Konsequenzen haben – weitere Gebietsanfechtungen wären die Folge.

 

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