Hunderte Arbeiter sollen in das Gebiet unkontaktierter Indigener 7 Januar 2009

Luftaufnahme eines unkontaktierten indigenen Volkes in Brasilien, Mai 2008
Luftaufnahme eines unkontaktierten indigenen Volkes in Brasilien, Mai 2008
© G. Miranda/FUNAI/Survival

Ein englisch-französisches Öl-Unternehmen steht kurz davor, mehr als 800 Arbeiter in einen entlegenen Teil des peruanischen Amazonas zu schicken, der von unkontaktierten Indigenen bewohnt wird.

Die Unternehmen, Perenco, erhielt von der peruanischen Regierung grünes Licht, in der Region nach Öl zu bohren. Schätzungen zufolge handelt es sich um die größte Ölerschließung in Peru seit 30 Jahren.

Perenco leugnet die Existenz unkontaktierter indigener Völker in diesem Gebiet, obwohl deren Existenz bereits von der peruanischen Regierung, der ecuadorianischen Regierung, Perus indigenen Organisationen sowie der Firma, die früher in diesem Gebiet tätig war (Barrett Resources) bestätigt wurde. Die ecuadorianische Regierung hat sogar 38.000 US $ bereitgestellt, um die indigenen Völker zu schützen. Barrett Resources gestand ein, dass Kontakt mit den Indigenen „wahrscheinlich“ sei.

Perus nationale indigene Organisation, AIDESEP, ist gegen Perencos Pläne. Sie hat bei Lateinamerikas größter Menschenrechtsorganisation, der Interamerikanischen Menschenrechtskommission, Beschwerde eingelegt. Darin bittet sie die Kommission um Hilfe im Kampf gegen das Eindringen Perencos in die Region.

Trotz dieser Beschwerde plant Perenco weiterhin 14 Ölbohrungen sowie die Versendung von 700 bis 840 Arbeitern in das betroffene Gebiet. Kontakt zwischen ihnen und den unkontaktierten Indigenen könnte zu gewalttätigen Auseinandersetzungen oder der Dezimierung der Indigenen durch eingeführte Krankheiten führen.

Der Direktor von Survival, Stephen Corry, sagte heute: „Perenco scheint entschlossen zu sein, sowohl dieses Megaprojekt fortzuführen als auch abzustreiten, dass die unkontaktierten Indigenen überhaupt dort leben. Sie sollten inzwischen realisiert haben, dass der scheinbar von der Außenwelt abgegrenzte Dschungel, in dem sie ihr Projekt durchführen, in Wirklichkeit die angestammte Heimat verschiedener indigener Völker ist, die deren Arbeiter sehr wahrscheinlich als Eindringlinge sehen werden. Alle anderen haben dies anerkannt, sogar Perencos Vorgänger.“

 

Für weitere Informationen kontaktieren Sie bitte Raphael Göpel telefonisch unter +49 30 722 93 108 bzw. oder unter +178 187 47 25 bzw. per E-Mail unter info@survival-international.de

Klicken Sie hier um Survivals Film (in Englisch) über unkontaktierte indigene Völker zu sehen.

 

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