Anglo-französisches Ölunternehmen steht vor Milliardenverlusten im Amazonas 26 Januar 2009

"Luftaufnahme eines unkontaktierten indigenen Volkes in Brasilien, Mai 2008"
"Luftaufnahme eines unkontaktierten indigenen Volkes in Brasilien, Mai 2008"
© G. Miranda/FUNAI/Survival

Ein anglo-französisches Ölunternehmen, das plant, auf dem Land unkontaktierter indigener Völker im peruanischen Amazonas nach Öl zu bohren, wird nun vielleicht zum Abbruch des Projekts gezwungen, da die Regierung droht, ihre Beteiligung am Projekt zurückzuziehen.

Das Projekt hängt vom Bau einer Pipeline ab, die eine Milliarde Dollar kosten und das Öl vom fernen Amazonas bis zur peruanischen Küste transportieren würde. Perupetro, das staatliche Ölunternehmen, ist gerade dabei, ihre Investition ins Projekt „neu zu bewerten,“ da der Ölpreis in letzter Zeit weltweit fiel.

„Alle Zeichen sprechen dafür, dass (die Pipeline) noch einmal durchdacht werden muss,“ sagte Perus Energieminister, Pedro Sanchez, auf einer Pressekonferenz.

Der Dschungel, in dem Perenco nach Öl bohren will, ist das angestammte Heimatland mindestens zweier der weltweit letzten unkontaktierten indigenen Völker. Die Pläne des Unternehmens wurden von den indigenen Organisationen vor Ort aufs Schärfste verurteilt. Es folgten ein Gerichtsverfahren und eine Beschwerde bei der Interamerikanischen Menschenrechtskommission, um ein sofortiges Verbot des Projekts zu erwirken.

Man geht davon aus, dass es sich hierbei um den größten Ölfund in Peru in den letzten 30 Jahren handelt. Präsident Garcia, der behauptete, unkontaktierte indigene Völker wären von Umweltschützern erfunden worden, die gegen die Ölbohrung protestierten, hatte seine Hoffnungen zum Ausdruck gebracht, der Fund könnte Peru von einem Öl-Importeur zu einem Öl-Exporteur machen.

Der Direktor von Survival, Stephen Corry, kommentierte heute: „Wir haben uns dafür eingesetzt, dass Perenco dieses Projekt aufgeben muss, und diese neueste Ankündigung der peruanischen Regierung könnte sie vielleicht tatsächlich zur Aufgabe zwingen. Wenn Perenco seine Arbeit in der Region fortsetzt, könnte dies zur Auslöschung von mehr als der Hälfte der unkontaktierten Indigenen führen.“

Sehen Sie auch Survivals Kurzfillm über unkontaktierte indigene Völker (auf Englisch). 

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Für weitere Informationen kontaktieren Sie bitte Raphael Göpel telefonisch unter +49 30 722 93 108 per E-Mail unter info@survival-international.de

 

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