Illegale Goldgräber ermorden Yekuana-Indianer

Yanomami Schamane
Yanomami Schamane
© Claudia Andujar/Survival

Illegale Goldgräber haben am Mittwoch  im brasilianischen Bundesstaat Roraima einen Anführer der Yekuana erschossen und seinen Sohn verletzt.

Der Yekuana namens Vicente Carton und sein Sohn Ronildo hatten sich geweigert, die Bergleute zu den gefährlichen Stromschnellen des Uraricoera hinaufzuschiffen mitten in das Reservat der indigenen Yanomami. Die Bergarbeiter schossen auf die beiden. Vicente war sofort tot, während sich Ronildo durch einen Sprung in den Fluss retten konnte. Er versteckte sich im Wald und schaffte es schließlich zurück in sein Dorf.

Die Yekuana leben in Uaicás, einer großen Gemeinschaft im Norden des Yanomami-Territoriums sowie in weiteren Gemeinschaften etwas außerhalb des Reservats. Sie sind exzellente Bootsfahrer und berühmt für ihre großen Holzkanus.

Die Yanomami haben seit mindestens einem Jahr die Präsenz von illegalen Bergleuten öffentlich angezeigt, aber die Behörden haben nichts unternommen, um die Bergleute zu entfernen. Der Bruder von Ronildo warnt:  "Diese Bergleute sind gefährlich und sie sind bewaffnet.”

Die Yanomami und die Yekuana erholen sich gerade erst von dem massiven Goldrausch der 1980er Jahre, der ihre Population durch Gewalt und Krankheiten stark dezimiert hatte. Erst nach jahrelangem Druck der Indigenen und ihrer Unterstützer haben die Regierungen von Brasilien und Venezuela das Land der Yanomami im Jahre 1992 anerkannt.

Der letzte tragische Zwischenfall ist ein klares Zeichen dafür, dass die gewaltsame Übernahme des Landes ansteigt und dass illegaler Bergbau in diesem Gebiet wieder zunimmt.

Gewalt gegen Indigene ist nicht auf den Norden Brasiliens begrenzt. Valmireide Zoromará, ein Anführerin der Paresi, wurde Anfang Januar in Mato Grosso ermordet. Sie wurde von Ranchern erschossen, während sie mit ihrer Familie beim Fischen war. Das Motiv für den Mord scheint ein Landkonflikt zu sein.

CIMI, eine brasilianische Organisation für die Rechte von Indigenen, berichtet, dass mindestens 53 Indianer in neun brasilianischen Bundesstaaten im Jahr 2008 ermordet wurden.