Yanomami stellen Goldgräbern ein Ultimatum

"Mutter und Kind, Yanomami."
"Mutter und Kind, Yanomami."
© Steve Cox/Survival

Die aus der Paapiú Region im brasilianischen Regenwald stammenden Yanomami fordern von ihrer Regierung die Ausweisung von hunderten illegalen Goldschürfern aus ihrem Gebiet.

Die Yanomami sind bereit Pfeil und Bogen einzusetzen, sollte die Regierung versäumen augenblicklich zu handeln.

In den 1980er Jahren sorgte ein Goldrausch in Roraima für die Dezimierung der indigenen Völker Yanomami und Yekuana. Nach jahrelangen Protesten wurde ihnen das Landbesitzrecht zugesprochen und die Goldschürfer des Gebietes verwiesen. Allerdings sind in den letzten Jahren die Goldgräber in wachsender Zahl zurückgekehrt. Laut Schätzungen befinden sich nun über 3000 Goldschürfer in dem Gebiet der Yanomami.

Obwohl die Oberhäupter der Yanomami mehrfach über das Eindringen der Goldgräber in ihr Gebiet und die zunehmende Verschlechterung der Situation berichtet haben, hat es die Regierung bisher versäumt zu reagieren.

Am 21. Januar hat eine Gruppe von illegalen Goldschürfern einen Yekuana Mann getötet und seinen Sohn verletzt. Die Täter haben sich zwar der Polizei gestellt, sind aber noch nicht angeklagt worden.

In der letzten Woche hat eine andere Gruppe von illegalen Goldschürfern versucht, einige Mitglieder der Yanomami zu kontaktieren und mit ihnen Freundschaft zu schließen. Als jedoch weitere Yanomami erschienen, zogen sie sich mit dem Versprechen wiederzukommen zurück.

Illegale Goldschürfer sind häufig bewaffnet und haben in der Vergangenheit bereits Angehörige der Yanomami getötet. Zusätzlich werden die Yanomami mit tödlichen Krankheiten wie Malaria konfrontiert. Durch die Goldgewinnung werden die Flüsse und die darin lebenden Fischbestände, auf die die Yanomami angewiesen sind, zerstört.