Anwalt aus Papua von Beleidigungs-SMS freigesprochen

"Mann vom Stamm der Asmat, Papua."
"Mann vom Stamm der Asmat, Papua."
© Jeanne Herbert/Survival

Ein Anwalt für Menschenrechte in Papua ist von allen Anklagepunkten der indonesischen Justiz freigesprochen worden, nachdem er beschuldigt worden war, eine SMS verschickt zu haben, in der er den indonesischen Präsidenten beleidigt haben soll.

Dem Anwalt, Iwanggin Sabar Olif, wurde unterstellt, dass er eine Nachricht verschickt hätte mit der Warnung, dass der Präsident der Armee befohlen hätte, die indigenen Völker Papuas mittels vergifteten Nahrungsmitteln und Gewalt „auszuradieren“. Dem Anwalt drohten bis zu 6 Jahre Haft.

Iwanggin wurde von 30 Antiterror-Polizisten im Oktober 2007 verhaftet und für vier Monate inhaftiert. Sein Gerichtsprozess dauerte über ein Jahr. Während dieser Zeit konnte er seine wichtige Arbeit als bedeutender Anwalt der Rechte der Indigenen in Papua nicht fortführen.
 Das Gericht in Jayapura hat Iwanggin letzte Woche freigesprochen –  eine seltene gute Nachricht in einer Zeit von steigender Repression und Gewalt in Papua. Die Entscheidung fiel kurz nachdem der Oberste Gerichtshof in Papua die Haftstrafen von 11 Demonstranten verlängert hatte, die ihre Schuldsprüche wegen Hissung der verbotenen papuanischen Flagge angefochten hatten.

Iwanggin hatte mit der angesehen Menschenrechtsorganisation Elsham West Papua und hatte 2006 eine Gruppe von Studenten aus Papua verteidigt, die nach einem Protest gegen die indonesische Besetzung inhaftiert worden war. Das könnte erklären, warum er herausgegriffen und eingesperrt wurde – Menschen aus der Gegend behaupten, dass Tausende aus Papua dieselbe SMS erhalten und weiter versendet hatten.