Britische Sunday Times macht auf bedrohtes indigenes Volk im Amazonas aufmerksam 16 Februar 2009

Mann der Enawene Nawe mit Tragekorb für Fisch und Gartenfrüchte
Mann der Enawene Nawe mit Tragekorb für Fisch und Gartenfrüchte
© Fiona Watson/Survival

Die Enawene Nawe, eine kleine indigene Gruppe, die abgeschieden im brasilianischen Amazonasgebiet lebt, wird in einem Artikel der Journalistin Christina Lamb im Sunday Times Magazine vorgestellt.

Lamb besuchte die Enawene Nawe und erfuhr so aus erster Hand über ihren Kampf gegen den Bau riesiger Wasserkraft-Dämme am Juruena-Fluss, der durch ihr Land fließt.

Der Artikel ‚The Tribe that stood their ground’ (‚Die Gruppe, die standhaft blieb’) wurde im Zuge von Survival Internationals 40. Jubiläum veröffentlicht. 1969 erschütterte das Sunday Times Magazine mit der Veröffentlichung von Norman Lewis’ Artikel ‚Genozid’ die Welt.

Lewis reiste 1968 nach Brasilien, wo er die Vernichtung hunderter indigener Gruppen und die Gräueltaten gegen jene, die überlebten, dokumentierte. Sein Artikel ließ eine kleine Gruppe von besorgten Menschen aktiv werden, die das Leben mit Indigenen aus eigener Erfahrung kannten und ihnen helfen wollten. Ein Jahr später gründeten sie Survival International.

Die Enawene Nawe erzählen der Journalistin Lamb, wie sie im letzten Oktober eine Baustelle eines Wasserkraft-Damms besetzten und stilllegten. „Unsere Idee war, dass durch diese Aktion jeder von den Machenschaften der Regierung erfährt und sie so gezwungen ist, zu handeln“, sagt Daliyamese Enawene Nawe.

In einem Brief an die UN verurteilen die Enawene Nawe den Bau der Dämme, weil sie nicht wollen, dass „die Dämme unser Wasser verschmutzen, unsere Fische töten, und in unser Land eingedrungen wird.“ Die Angehörigen dieser Gruppe essen kein rotes Fleisch und sind hauptsächlich auf Fisch als Nahrungsmittel angewiesen. Ihr geistliches Leben dreht sich um die Fischereirituale, die das ganze Jahr über stattfinden.

Der Artikel offenbart die Befangenheit des Gouverneurs, der die Lizenzen für den Dammbau erteilt und gleichzeitig einige Dämme bauen lässt, die die Wasserversorgung seines Soja-Unternehmens (das größte der Welt) sichern.

Der brasilianische Staatsanwalt Mário Lucio Avelar sagt: „Es ist ausgeschlossen, dass diesem Dammbau Einhalt geboten wird…  Unsere eigenen Gesetze werden nicht eingehalten… Ich fürchte, dass die Enawene Nawe ihre seit Jahrhunderten existierende Kultur in den nächsten 10 bis 15 Jahren verlieren werden.“

Lesen Sie auch Christina Lambs Artikel.

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