Hoffnung auf Linderung des Öldefizits durch ein französisches Unternehmen 17 Februar 2009

"Gekreuzte Speere, die von unkontaktierten Indigenen hinterlassen wurden - im Gebiet, wo Perenco arbeitet "
"Gekreuzte Speere, die von unkontaktierten Indigenen hinterlassen wurden - im Gebiet, wo Perenco arbeitet "
© Marek Wolodzko/AIDESEP

Beamte in hohen Positionen des peruanischen Energiesektors verkündeten letzte Woche ihre Hoffnung, dass eine französische Firma, das Milliarden Dollar hohe Öl- und Gasdefizit lindern könnte.

Guillermo Ferreyros, der Präsident des Hydrocarbon Committee (Kohlenwasserstoffkommittee) von Perus Minen-, Öl- und Energiehandelsorganisation SNMPE sagte: “Man hofft, dass Peru in den nächsten Jahren sein Defizit durch viele verschiedene Projekte, vor allem durch die Ölbohrungen im “Lot 67” (ein Regenwaldgebiet, das der französischen Firma Perenco gehört) beheben kann.

Man nimmt an, dass Perenco mehr als 1 Mrd. Dollar für Lot 67 ausgibt, enthüllte der peruanische Minenminister. Perenco schätzt, dass es im Lot 67 mehr als 300 Mio. Barrel Öl gibt und dass man dort bis zu 100.000 Barrel pro Tag herstellen könnte. Perus Präsident Alan Garcia war bereits persönlich dort und hofft ebenfalls, dass Lot 67 der peruanischen Wirtschaft helfen könnte.

Perenco hat erst kürzlich von der peruanischen Regierung die Erlaubnis bekommen, im Lot 67 zu arbeiten und plant, 100 Ölquellen von zehn Plattformen aus zu bohren.

Das Lot 67 stellt allerdings für mindestens zwei der letzten unkontaktierten indigenen Gruppen der Welt ein Zuhause dar. Diese leben ohne jeglichen Kontakt zur Außenwelt und sind extrem empfindlich, weil sie aufgrund des Kontaktmangels mit Außenstehenden nicht gegen Krankheiten immun sind. Kontakt mit Arbeitern von Perenco könnten die dort lebenden Indigenen dezimieren.

Trotz Ferreyros` Kommentaren kam Perencos Arbeit im Lot 67 bei indigenen Organisationen, die sich für die Rechte und Gebiete der unkontaktierten Stämme in Peru einsetzen, ins Kreuzfeuer. Perus Energieminister Pedro Sánchez sagte neulich, dass die peruanische Regierung ihre potentielle Investition in das Projekt überdenken werde, da die Ölpreise weltweit am Sinken sind.

SNMPE enthüllte, dass Perus Defizit bei 2,4 Mrd. Dollar liegt, was hauptsächlich auf einen enormen Rückgang an Benzinimporten und eine Preissenkung zurückzuführen ist. Das Defizit hat sich seit 2007 (1,4 Mrd. Dollar) weiter vergrößert.

Stephen Corry, der Direktor von Survival, sagte heute: “Defizit hin oder her, das Lot 67 gehört den unkontaktierten indigenen Gruppen und man sollte dort kein Öl bohren. Sowohl Ferreyros als auch Perenco müssen einsehen, dass das Gesetz – das Peru erlassen hat – die Indianer als rechtmäßige Eigentümer des Landes anerkennt.

 

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