![]() |
| Jorge, einer der Murunahua der den ersten Kontakt überlebte. © David Hill/Survival |
Kolumbiens staatliches Ölunternehmen Ecopetrol wird in die Gebiete von einigen der letzten weltweit unkontaktierten Indigenen in Peru eindringen. Dies geht aus einem Übereinkommen hervor, das diese Woche getroffen wurde.
Ecopetrol unterzeichnete ein Abkommen mit Brasiliens staatlichem Ölunternehmen, Petrobras, das einen Vertrag zur Erkundung zweier Regionen des peruanischen Amazonas hat – beide von unkontaktierten indigenen Gruppen bewohnt.
„Ecopetrol hat über ihre peruanische Zweiggesellschaft zwei Abkommen mit Petrobas Energía del Perú, S.A., getroffen, um Anteile in zwei Forschungs- und Produktionsgebieten zu erwerben,“ so eine Erklärung, die von Ecopetrol letzten Dienstag veröffentlicht wurde. „Im ersten Gebiet (Parzelle 110) hat Ecopetrol einen Anteil von 50%, im zweiten (Parzelle 117) einen von 25%.“
Parzelle 110 umfasst das gesamte Gebiet, das angeblich für die unkontaktierten Murunahua reserviert ist. Sie sind äußerst verletzlich gegenüber jeglichem Kontakt mit Außenstehenden, da sie eine mangelnde Immunität gegenüber fremden Krankheiten haben. Einige Murunahua hatten bereits mit illegalen Holzfällern Kontakt, dies führte zum Tod von ca. 50% von ihnen.
Parzelle 117 schließt Teile eines für unkontaktierte Indigene vorgesehenen Reservats ein. Die Gründung dieser Reservate wird von der lokalen indigenen Organisation ORPIO und der nationalen Organisation AIDESEP unterstützt.
Das Abkommen mit Ecopetrol erfolgte umgehend nachdem Repräsentanten indigener Gruppen Petrobas ausdrücklich untersagten, Parzelle 117 zu erforschen. „Präsident Garcias Regierung ignoriert erneut sowohl die Konvention 169 der Internationalen Arbeitsorganisation, als auch die Deklaration für die Rechte indigener Völker der Vereinten Nationen,“ so AIDESEPs Präsident bezüglich der Einwilligung der peruanischen Regierung Petrobas in Parzelle 117 arbeiten zu lassen.
Survivals Direktor Stephen Corry sagte heute: „Möglicherweise weiß Ecopetrol nicht, worauf sie sich einlassen: Das Land, das erforscht wird, ist von unkontaktierten Gruppen bevölkert. Wenn Ecopetrol dort arbeitet, würden sie gegen das Völkerrecht und die Rechte einiger der verletzlichsten Menschen auf der Welt verstoßen.“
Für weitere Informationen kontaktieren Sie bitte Raphael Göpel telefonisch unter +49 30 722 93 108 oder per E-Mail unter info@survival-international.de
Sehen Sie Survivals Kurzfilm "Uncontacted Tribes" (auf Englisch)
Werden Sie für unkontaktierte Völker Perus aktiv
Es gibt mehrere Möglichkeiten in diesem dringenden Fall zu helfen.
- Unterschreiben Sie Survivals Petition für unkontaktierte Völker in Peru
- Spenden Sie für die Kampagne für die unkontaktierten indigenen Völker in Peru (und andere Survival Kampagnen)
- Schreiben Sie Ihrem oder Ihrer Abgeordneten im Deutschen Bundestag, Nationalrats Abgeordneten in Österreich oder Nationalrats -Mitglied in der Schweiz.
- Werden Sie für Survival in Ihrer Umgebung aktiv.





