Vier Schwerverletzte bei Massenkundgebungen und Wahlprotesten in West Papua 9 April 2009

Yali, Papua
Yali, Papua
© Jerry Callow/Survival

Elf indigene Papuas wurden verletzt, vier von ihnen schwer, als die Polizei bei einer Massenkundgebung in der westpapuanischen Stadt Nabire das Feuer auf die Demonstranten eröffnete.

Die Demonstranten riefen zu einem Boykott der heute stattfindenden landesweiten Wahlen auf und forderten einen Volksentscheid über die Zukunft West Papuas. Sie feierten ebenfalls die Gründung der Gruppe „International Lawyers for West Papua“ („Internationale Anwälte für West Papua“) in den USA.

Während der Konflikt weiter schwelt, berichten Augenzeugen, die Polizei habe Schüsse auf die Demonstranten und Passanten abgegeben. Die Polizei bestreitet dies – sie hätten nur Warnschüsse abgegeben, nachdem einer von ihnen von einem Pfeil verletzt wurde.

Bei einem der Schwerverletzten soll es sich um einen Zehnjährigen handeln, der angeschossen wurde, als er sich auf dem Nachhauseweg von der Schule befand. Mindestens sechs weitere Schussopfer sollen keine Teilnehmer der Demonstration gewesen sein. Zeugen berichteten von Mitgliedern des indonesischen Geheimdienstes, die sich in Gebäuden versteckt hielten und auf Passanten feuerten.

Die Proteste am Montag waren die Fortsetzung weiträumiger Demonstrationen, die sich am vergangenen Freitag in Nabire und in der Stadt Wamena im Hochland von West Papua ereigneten – trotz Verbots der Polizei. Laut den Veranstaltern in Nabire nahmen mehr als 15.000 Menschen an den friedlichen Protesten teil.

Sechs Demonstranten wurden bereits im Vorfeld der Proteste am Freitag und am Montag festgenommen; sie befinden sich weiterhin in polizeilicher Gewalt. Survival sorgt sich um das Schicksal dieser Inhaftierten und um die Sicherheit derer, die für die indigenen Völker West Papuas auf die Straße gehen.

Survival ruft auf zu einer völlig unabhängigen Untersuchung des Vorgehens der Polizei bei dieser und anderen Demonstrationen in West Papua. Alle Polizisten, denen der Einsatz überzogener Gewalt nachgewiesen wird, sollten zur Rechenschaft gezogen werden.

Breaking News: Es wurde berichtet, dass heute sechs Menschen bei einem weiteren Vorfall ums Leben kamen, bevor die Wahllokale öffneten.

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