Indigene blockieren Hauptnebenfluss des Amazonas 24 April 2009

Das Logo von Perenco
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© Survival

Eine große Anzahl von Indigenen blockiert den Napo Fluss, einen der Hauptnebenflüsse des Amazonas. Sie reagieren damit auf die Verletzung ihrer Rechte durch Ölunternehmen und den peruanischen Staat.

Die Demonstranten haben den Napo Fluss mit Kanus und einem Kabel blockiert, um die Schiffe der Ölunternehmen daran zu hindern weiter stromaufwärts zu gelangen. Quellen zufolge haben bisher zwei Boote die Blockade durchbrochen, darunter eines des britisch-französischen Ölkonzerns Perenco. Als die Indigenen die Boote verfolgten, wurden angeblich drei Schüsse auf sie abgefeuert.

Die Blockade des Napo Flusses ist nur eine von vielen Protestaktionen, die derzeit im peruanischen Amazonasgebiet stattfinden. Koordiniert werden die Aktionen von der indigenen Vereinigung zur Entwicklung im peruanischen Regenwald (AIDESEP). Die Proteste richten sich gegen die Politik der peruanischen Regierung, die von den Indigenen als diskriminierend und als Bedrohung ihres Gemeindelandes angesehen wird. Die AIDESEP wirbt für die Aufhebung mehrerer Gesetze, die laut der Vereinigung die Rechte der Indigenen verletzen. Zudem setzt sie sich für die Schaffung neuer Schutzgebiete für unkontaktierte indigene Gruppen ein.

Die Regierung Perus beantwortet die Proteste mit der Entsendung von Polizei und Militär in die jeweiligen Gebiete. Diese Vorgehensweise wird von der AIDESEP kritisiert und als „Einschüchterung“ eingestuft; sie betont, dass die Proteste friedlicher Natur sind.

Perenco arbeitet in einem Gebiet des Amazonas, indem zwei der weltweit größten unkontaktierten indigenen Gruppen leben. Das Unternehmen erkennt die Existenz dieser indigenen Völker nicht an.

Der Direktor von Survival, Stephen Corry, sagte heute: „Auf der ganzen Welt sind indigene Völker gezwungen, sich Blockaden zu bedienen um auf diese Weise zu versuchen, ihr verbleibendes Land zu schützen. Wir sehen das in Indien und Malaysia sowie in Südafrika. Man kann erwarten, dass diese Art von Aktionen sich ausweiten wird, bis das Völkerrecht und die Deklaration der Vereinten Nationen tatsächlich angewendet werden. Gewalt gegen indigene Völker anzuwenden, die versuchen ihr Land zu beschützen, ist Kolonialismus und darf nicht toleriert werden.“

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Für weitere Informationen kontaktieren Sie bitte Raphael Göpel telefonisch unter +49 30 722 93 108 oder per E-Mail unter info@survival-international.de

 

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