Papuaner verklagen Pulitzer-Preisträger auf 10 Millionen US-Dollar

Jared Diamond, Pulitzer-Preisträger und angesehener Wissenschaftler, wird von Indigenen aus Papua-Neuguinea auf 10 Milionen US-Dollar verklagt.

Die Klage gegen ihn wurde von den Papuanern Daniel Wemp und Henep Isum Mandingo in New York eingereicht. Jared Diamond ist Autor eines Artikels über die beiden Indigenen , der im April 2008 im Magazin The New Yorker veröffentlicht wurde.

Der Artikel, dessen Titel übersetzt soviel bedeutet wie „Die Rache ist unser: Was können uns Stammesgesellschaften über unser Bedürfnis nach Vergeltung sagen?“, ist inzwischen nicht mehr öffentlich zugänglich. Darin wird, auf Berichte gestützt, behauptet, dass Daniel Wemps Onkel bei einem Kampf mit einem anderen Stamm getötet wurde und Wemp Mandingo für dessen Tod verantwortlich gemacht hat. Als Vergeltungsmaßnahme soll mit Pfeilen auf Mandingo geschossen worden sein, die zu einer Lähmung geführt haben, aufgrund der er nun an den Rollstuhl gefesselt ist.

Die beiden Papuaner sind der Meinung, dass Diamond sie in seinem Artikel zu Unrecht „schwerwiegender krimineller Handlungen und dem mutwilligen beziehungsweise fahrlässigen Zufügen von Leid, einschließlich Mord“ bezichtigt. Deshalb verklagen sie den Wissenschaftler wegen übler Nachrede vor einem Gericht in Manhattan.


Neben dem genannten Artikel ist Diamond ebenfalls Autor des von Kritikern gefeierten Buches „Arm und Reich: Die Schicksale menschlicher Gesellschaften“. Die Klage folgt nur kurz nach einem Ausspruch des ehemaligen BBC-Nachrichtensprechers Michael Buerk, dass Stämme in Neuguinea „primitiv“ seien und „Fremde töten, wann immer sie auf sie treffen“.