Bericht: Selbstmorde der Guarani nehmen zu 8 Mai 2009

Männer der Guarani.
Männer der Guarani.
© João Ripper/Survival

Ein diese Woche veröffentlichter Bericht zeigt, dass die Selbstmordrate unter Brasiliens Guarani-Kaiowá derzeit ansteigt.

Die brasilianische Organisation für die Rechte indigener Völker CIMI, die mit der katholischen Kirche zusammenarbeitet, hat ihren Jahresbericht ‚Gewalt gegen indigene Völker in Brasilien – 2008’ veröffentlicht. Er dokumentiert Mordanschläge, Selbstmorde, Landkonflikte, Vernachlässigung durch Behörden und Rassismus gegenüber Indigenen.

Eine der schockierendsten Statistiken, die aufgezeigt wird, ist die Selbstmordrate der Guarani-Kaiowá im Bundesstaat Mato Grosso do Sul. Im Jahre 2008 töteten sich vierunddreißig Guarani-Kaiowá selbst – sieben mehr als im Jahre 2007.

Zweiundvierzig Guarani wurden letztes Jahr ermordet, die meisten in inneren Konflikten. Viele Beobachter glauben, dies hänge direkt mit der Tatsache zusammen, dass die meisten Guaranigemeinschaften fast kein Land besitzen. Alkoholismus ist weit verbreitet und die Gemeinschaften werden in kleine Reservate gepfercht, in denen es nahezu unmöglich ist, etwas anzubauen, zu jagen oder zu fischen.

‘Vieh ist mehr wert als Kinder, Rohrzucker mehr als der Wald’, sagt Guarani Kaiowá Sprecher Anastacio Peralta.

Lúcia Rangel, der Anthropologe, der den Report organisierte, sagt‚es gebe vehementen Widerstand in allen Bereichen der nicht-indigenen Gesellschaft gegen die Anerkennung der Landrechte der Guarani-Kaiowá. Dieser Widerstand wächst noch weiter an und führt zu starken Vorurteilen und Rassismus gegen indigene Völker.’

Der Report spricht auch die hohen Gefahren für die unkontaktierten indigenen Völker an, die durch Abholzung und Dämme entstehen. Er sagt, schon das Überleben einer Gruppe von 60 unkontaktierten indigenen Awá, deren Wald schnell von Holzfällern zerstört wird, stehe nun auf dem Spiel.

Vier Gruppen unkontaktierter Indigenen werden erfahren müssen, dass ihr Land durch den hydroelektrischen Madeira Damm, der im Bundesstaat Rondônia gebaut werden soll, überflutet wird.

Die Veröffentlichung des Berichts fällt zusammen mit dem jährlichen ‘Acampamento Terra Livre’. Hunderte von Indigenen aus ganz Brasilien haben die vergangene Woche in der Hauptstadt Brasília gezeltet, um Politiker dazu zu bewegen, sich um viele Angelegenheiten, wie beispielsweise Landrechte, Gesundheit und Bildung zu kümmern.

In Zusammenarbeit mit dem Film ‚Birdwatchers’, bei dem viele Guarani-Kaiowá in den Hauptrollen mitspielen, hat Survival International einen Fonds zur Unterstützung der Guarani geöffnet. Alle Spenden werden dafür eingesetzt, ihre Rechte, ihr Land und ihre Zukunft zu schützen.

Laden Sie sich den Bericht herunter (auf Portugiesisch)

 

 

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