27 Tote bei Auflösung einer Straßenblockade durch Soldaten

"Asháninka Männer erheben ihre Stimme. Die Asháninka, wie viele anderen indigenen Völker Perus, protestieren gegen Gesetze, die ihre Landrechte verletzen"
"Asháninka Männer erheben ihre Stimme. Die Asháninka, wie viele anderen indigenen Völker Perus, protestieren gegen Gesetze, die ihre Landrechte verletzen"
© David Dudenhoefer

Aktualisierung –
Berichten zufolge sind ungefähr 20 indigene Demonstranten und sieben Polizisten bei der gewaltsamen Auflösung einer von indigenen Demonstrierenden errichteten Straßenblockade auf einer Autobahn im Norden Perus getötet worden. Es wird angenommen, dass die Zahl der Verletzten noch weitaus höher ist.

Survival hält Präsident Garcia und die peruanische Regierung dazu an, sowohl die Soldaten aus den Gebieten, in denen Demonstrationen stattfinden, abzuziehen als auch die Landrechte der indigenen Bevölkerung anzuerkennen. Die Anwesenheit der Soldaten verschlimmert die ohnehin schon prekäre Situation und trägt nicht dazu bei, dass sich die Regierung mit den Anliegen der indigenen Bevölkerung auseinandersetzt.

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Die Demonstrationen der indigenen Bevölkerung finden in weiten Teilen der peruanischen Gesellschaft, wie zum Beispiel der Kirche, bei Landarbeitern, lokale Politiker und Gewerkschaften, Unterstützung.

Die seit dem 9. April stattfindenden Demonstrationen können als Reaktion auf das Unvermögen der peruanischen Regierung, die Rechte der indigenen Bevölkerung anzuerkennen und den unzureichenden Schutz vor Ausbeutung von Außenstehenden, gewertet werden.

Obwohl landesweit Demonstrationen stattfinden, werden besonders in der Amazonas Region Flüsse, Straßen und Brücken blockiert und Protestmärsche abgehalten. Die Demonstrationen werden von verschiedenen indigenen Völkern initiiert: Achuar, Arabela, Asháninka, Awajún, Huambisa, Kichwa, Matsigenka, Shawi und Wampis.

Die Demonstranten, die von der indigenen Vereinigung zur Entwicklung im peruanischen Regenwald (AIDESEP) geleitet werden, weigern sich die Proteste einzustellen solange die Regierung nicht verschiedene kontroverse Gesetzte aufhebt. Einige indigene Völker haben angedroht, zu „radikaleren“ Mitteln zu greifen, sollte die Regierung weiterhin Soldaten in die Gebiete schicken und sich weigern über die Gesetze zu verhandeln.

Einigen Schiffen des englisch-französischen Ölunternehmens Perenco ist es mit Hilfe der peruanischen Marine gelungen, eine Blockade im Napo Fluss zu durchbrechen. Durch das radikale Auftreten der Marine wurde die einheimische Bevölkerung eingeschüchtert und verurteilt nun die Militarisierung ihres Gebietes.

AIDESEP leitet das aus einer Reihe verschiedener Organisationen bestehende Komitee ‘The Committee for the Fight for Life and National Sovereignty’ (Komitee für das Recht auf Leben und nationale Souveränität). Eine nationale Demonstration ist für den 11. Juni angesetzt.