Indigenen Anführer im Exil während Präsident Demonstranten als „Wilde“ bezeichnet 10 Juni 2009

"5. Juni: Polizei löst Strassenblockade in der Nähe von Bagua gewaltsam auf - Mit freundlicher Genehmigung von Amnesty Watch"
"5. Juni: Polizei löst Strassenblockade in der Nähe von Bagua gewaltsam auf - Mit freundlicher Genehmigung von Amnesty Watch"
© Thomas Quirynen

Der Präsident der indigenen Vereinigung zur Entwicklung im peruanischen Regenwald (AIDESEP) wurde ins Exil getrieben. Alberto Pizango wurde von der nicaraguanischen Botschaft in Lima in Schutz genommen, nachdem ein Haftbefehl gegen ihn erteilt wurde. Nicaragua hat ihm nun Asyl gewährt.

Pizango wird der „Volksverhetzung, Verrat und Rebellion“ angeklagt. Der Haftbefehl kam nachdem im nördlichen Peru eine Strassenblockade von hunderten indigenen Demonstranten von der Polizei aufgelöst wurde.

Die Polizei schritt mit gewaltsamen Methoden ein. Sie feuerten mit Maschinengewehren auf die friedlichen Demonstranten, welches zu vielen Toten auf beiden Seiten führte.

Mindestens 30 Demonstranten wurden bei den Ausschreitungen getötet. Indigene Organisationen jedoch schätzen die Zahl auf wesentlich höher und haben der Polizei vorgeworfen, etliche Tote in den Marañon Fluß geworfen zu haben. Die Polizei zählte etwa 20 Tote.

Der Präsident von Peru, Alan Garcia, hat die indigenen Demonstranten „Wilde“, „barbarisch“, „ignorant“ und „Bürger zweiter Klasse“ genannt.

Die Indigenen protestieren seit zwei Monaten gegen eine Gesetzesreihe, die Öl- und Gasunternehmen den Zugang zu ihrem kommunalen Regenwald erlaubt. In den letzten Jahren wurde mehr als 70% von peruanischen Amazonasgebiet an Ölunternehmen versteigert, wobei indigenen Gruppen kaum Mitspracherecht gewährt wurde.

AIDESEP hatte zu friedlichen Protesten aufgerufen, nachdem die Behörden Verhandlungen verweigerten. Indigene Gruppen in Mittel- und Nord Peru blockieren Flüsse und Strassen um den Verkehr der Ölindustrie zu unterbrechen.

Survival hat dazu aufgerufen, dass Öl- und Gasunternehmen im Amazonas ihre Operationen unterbrechen, bis sich die Regierung zu friedlichen Verhandlungen bereit erklärt; dass eine unabhängige und unparteiische Untersuchung zu den Vorkommnissen bei Bagua durchgeführt wird; und dass die Anklage gegen Herrn Pizango aufgehoben wird.

Schreiben Sie einen Brief an den peruanischen Präsidenten

 

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