Umweltauszeichnung aberkannt: Bergbauriese Vedanta blamiert

"Kinder der Dongria Kondh"
"Kinder der Dongria Kondh"
© Jason Taylor

Der britische Bergbaukonzern Vedanta Resources, der sich im Besitz des Milliardärs Anil Agarwal befindet, musste heute eine tiefe Demütigung hinnehmen: Am Wochenende wurde ihnen in letzter Minute der Golden Peacock-Award für beispielhaftes Umweltmanagement aberkannt.

Nachdem Aktivisten Details über die Aluminiumraffinerien veröffentlichten, die auf dem Land der Kondh-Völker in Orissa (Indien) stark die Umwelt verschmutzen, wurde der Preis einen Tag vor der geplanten Verleihung aberkannt.

Demonstranten traten auf den Feierlichkeiten in Palampur (Indien) an das Pult und verurteilten Vedantas erschreckende Umweltbilanz.

Die Tochtergesellschaft des FTSE 100-Multikonzerns hatte bereits energisch Interesse an der von der World Environment Foundation (WEF) und dem Institute of Directors (IoD) geförderten Auszeichnung für beispielhaftes Umweltmanagement angemeldet. Allerdings entschieden die Organisatoren den Award zurückzuhalten, nachdem die Demonstranten das Wort ergriffen.

Von der Regierung beauftragte Umweltinspektoren äußerten sich ebenfalls zu dem „alarmierenden“ und „wiederholten“ Austreten von Giftmüll aus der Raffinerie. Die Kondh, die in der Nähe des Flusses wohnen, berichteten Survival von aufgetretenen Hautproblemen, nachdem sie in dem verschmutzten Fluss gebadet haben, von dem unter dem Staub der Raffinerie erstickten Getreide und den Kühen, die starben, nachdem sie aus dem Fluss tranken.

Mehr als zweihundert Organisationen weltweit haben bereits eine Unterschrift gegen die Verleihung der Auszeichnung an Vedanta geleistet.

Die Raffinerie ist eng mit den Plänen des Unternehmens verbunden auf dem heiligen Land der Dongria Kondh, das sich direkt neben der Raffinerie befindet, eine Bauxitmine zu errichten. Dieses Vorhaben wird bereits näher von der OECD (Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung) untersucht.

Mamata Dash, einer der Demonstranten auf der Verleihung, erklärte: „Wir haben bereits 200 Befürworter unserer Unterschriftenaktion [gegen die Verleihung der Auszeichnung an Vedanta] in einer sehr kurzen Zeit gefunden, was doch zeigt, dass die Menschen auf die für die Umwelt schädlichen Handlungen von Vedanta reagieren. Die Menschen werden das nicht schweigend hinnehmen, sondern werden dafür sorgen, dass auch andere über dieses zerstörerische Unternehmen Bescheid wissen. Die Menschen arbeiten zusammen.“

Stephen Corry, Direktor von Survival, sagte heute: „Vedantas Lanjigarh-Vorhaben ist nicht nur eine Umweltkatastrophe, sondern auch eine menschliche. Keine PR der Welt kann diese schmutzige Wahrheit verdecken.“

Mamata Dash ist zu einem Interview bereit.