Regierung bereitet Untersuchungen des „Tian’anmen-Massaker des Amazonasgebietes“ vor 30 Juni 2009

Ein verwundeter Demonstrant wird von der Polizei misshandelt, Peru
Ein verwundeter Demonstrant wird von der Polizei misshandelt, Peru
© Marijke Deleu and Thomas Quirynen

Die peruanische Regierung treibt die Untersuchungen zu den Gewaltakten im Amazonasgebiet weiter voran, bei denen im vorangegangenen Monat mehr als 30 Menschen starben, hunderte verwundet wurden und immer noch viele vermisst werden.

Ein Regierungsausschuss wählt nun in den nächsten zehn Tagen ein Team von Ermittlern, das durch eine Empfehlung des UN-Berichtserstatters für indigene Völker, James Anaya, ins Leben gerufen wurde und von Mitgliedern der katholischen Kirche geleitet wird. Perus Premierminister Yehude Simon teilte dazu mit, dass diese Gruppe Menschen aus allen Gesellschaftsschichten enthalten wird, um auf diesem Wege eventuellen Befangenheitsvorwürfen entgegenzuwirken.

Man entschied sich letztlich nach anhaltenden Spekulationen über die Gewalt in Bagua, Nordperu, zu diesen Maßnahmen. Ein hochrangiger Polizist behauptete vor kurzem, dass Soldaten der peruanischen Armee aus ihrer Kaserne flohen, um auf der Seite der indigenen Demonstranten zu kämpfen. Allerdings wurden diese Behauptungen von einem Sprecher der Armee dementiert.

In der Zwischenzeit wurden Klagen gegen Alberto Pizango, dem Leiter der peruanischen Vereinigung der Indianer des Amazonasgebietes (AIDESEP), sowie gegen vier weitere Vorstandsmitglieder von einem peruanischen Richter abgewiesen. Mit großer Wahrscheinlichkeit werden diese Fälle in Berufung gehen. Pizango musste das Land verlassen und lebt nun als politisch Verfolgter in Nicaragua.

Hier lesen Sie hier den Augenzeugenbericht der Vorfälle in Bagua.

 

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